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Erster Wirkstoff gegen Entzündung der Speiseröhre gefunden

18.10.2010
Anlass zur Hoffnung für Menschen mit chronisch entzündeter Speiseröhre: Berner Forschende haben nachgewiesen, dass das Asthma-Medikament Budesonid die Entzündung lindert. Zwar ist die Krankheit heute noch nicht heilbar, die Wissenschaftler entwickeln aber derzeit verschiedene Arzneimittel.

Eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine erst seit wenigen Jahren bekannte, chronische Entzündung der Speiseröhre, die zu erheblichen Schluckbeschwerden führt und zunehmend mehr Patientinnen und Patienten befällt.


Blick in eine von eosinophiler Ösophagitis betroffene Speiseröhre: Die Schleimhaut ist entzündet, wobei Schwellungen, weisse Beläge und rote Längsfurchen zu erkennen sind. Bild: Alex Straumann, EoE-Klinik Olten


Zum Vergleich: eine gesunde Speiseröhre.
Bild: Alex Straumann, EoE-Klinik Olten

Forschende des Instituts für Pharmakologie der Universität Bern unter der Leitung von Professor Hans-Uwe Simon haben – in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen EoE Forschungsgruppe (Leiter: Professor Alex Straumann) – in den letzten zehn Jahren wesentlich dazu beigetragen, diese Krankheit besser zu verstehen und erste Therapieformen zu entwickeln.

Nun berichten sie in der Fachzeitschrift «Gastroenterology» erstmals über eine wirksame Therapie dieser Erkrankung. In einer placebo-kontrollierten, klinischen Studie beobachteten die Forschenden, dass die lokale Anwendung des Medikaments Budesonid sowohl die Beschwerden der Patienten als auch die zugrunde liegende Entzündung in der Speiseröhre deutlich verbesserte. Budesonid wird üblicherweise in der Behandlung von Asthma eingesetzt.

Kontrolle – aber noch keine Heilung

Es wurden auch neue Indikatoren entwickelt und getestet, welche die Entzündung charakterisieren und deren Schweregrad anzeigen. «Die Resultate stellen einen Meilenstein für die zukünftige Therapie dieser noch wenig bekannten Erkrankung dar», sagt Hans-Uwe Simon. Weitere Studien müssen nun zeigen, wie die allergische Entzündung langfristig bekämpft werden kann. Denn durch die Behandlung mit Budesonid lässt sich die Erkrankung zwar kontrollieren, die Patienten sind aber nicht geheilt. Das Institut für Pharmakologie der Universität Bern ist gegenwärtig an der Entwicklung verschiedener Arzneimittel beteiligt, die an Zellen oder Zellprodukten des Abwehrsystems binden.

Quellenangabe:
Alex Straumann, Sebastien Conus, Lukas Degen, Stephanie Felder, Mirjam Kummer, Hansjürg Engel, Christian Bussmann, Christoph Beglinger, Alain Schoepfer, Hans-Uwe Simon: Budesonide is Effective in Adolescent and Adult Patients With Active Eosinophilic Esophagitis. Gastroenterology, 2010, doi:10.1053/j.gastro.2010.07.048

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

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