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Erste rote Blutkörperchen im Labor hergestellt

20.08.2008
Ausgangsmaterial sind menschliche embryonale Stammzellen

Das Blutspenden könnte eines Tages der Vergangenheit angehören. Der Hintergrund für diese mögliche Entwicklung sind die ersten funktionierenden roten Blutkörperchen aus dem Labor.

Sie stammen von menschlichen embryonalen Stammzellen. Robert Lanza, leitender Wissenschaftler bei Advanced Cell Technology, hält es für möglich, dass eine Herstellung großer Mengen problemlos umsetzbar werde. Etwaige Engpässe könnten so ein für alle Mal überwunden werden.

Dieser Durchbruch lässt eine großangelegte Produktion des universell einsetzbaren Spendertyps mit der Blutgruppe 0 negativ realistisch erscheinen. Gerade diese Blutgruppe ist jedoch relativ selten. Rund acht Prozent der Menschen europäischer Abstammung und nur 0,3 Prozent der Asiaten haben diese Blutgruppe. Die Herstellung von Blut aus einigen Stammzell-Linien sollte auch helfen, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Laut den Wissenschaftlern ist es leichter sicherzustellen, dass Blut aus dem Labor frei von Krankheitserregern wie HIV oder Hepatitis-Viren ist. Details der Studie wurden im Fachmagazin Blood veröffentlicht.

Für die Herstellung der roten Blutkörperchen setzte Lanza gemeinsam mit Wissenschaftlern der Mayo Clinic und der University of Illinois Kulturen menschlicher embryonaler Stammzellen einer Reihe von Nährstoffen und Wachstumsfaktoren aus. So verwandelten sie sich zuerst in Hämangioblasten, Vorläufer der Blutkörperchen und schließlich in rote Blutkörperchen.

Entscheidend für den Erfolg war, dass die Zellen dazu gebracht werden konnten, ihre Kerne wie normalerweise im Körper abzustoßen. Laut Lanza seien Experten davon ausgegangen, dass das nicht möglich sei. Umso überraschter waren die Wissenschaftler als es tatsächlich funktionierte.

Blutkörperchen wurden bereits in der Vergangenheit aus dieser Art von Zellen hergestellt. Diese Enukleation, die verhindert, dass sich die Zellen teilen und kanzerös werden können, wurde bisher nie erreicht. Entscheidend scheint laut New Scientist zu sein, dass die Blutkörperchen auf Stromazellen des Knochenmarks gezüchtet werden.

Ähnlich also wie auch die Bildung im Körper stattfindet. Tests mit den Blutkörperchen aus dem Labor ergaben, dass sie Sauerstoff genau so gut transportieren wie gespendete rote Blutkörperchen. Dem Team gelang es auch, sie großer Menge, in Populationen von 100 Mrd. Blutkörperchen, herzustellen. Bis jetzt ist es jedoch nicht gelungen, 0 negative rote Blutkörperchen zu züchten.

Die Blutgruppe wird durch die Gene der embryonalen Stammzellen bestimmt. Keine der derzeit in Amerika zugelassenen Zell-Linien hat diese Blutgruppe. Lanza geht davon aus, dass Hautzellen von Spendern mit dieser Blutgruppe einen gangbaren Ausweg darstellen könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.advancedcell.com
http://www.mayoclinic.com
http://www.uic.edu

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