Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Bluttransfusion im Mutterleib in Thüringen

16.04.2013
Bessere Betreuung für Risikoschwangere

Zum ersten Mal in Thüringen haben Mediziner an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ) einem ungeborenen Kind Blut übertragen. Die werdende Mutter hatte sich in der ersten Schwangerschaftshälfte mit einem Virus infiziert, wodurch die Blutbildung ihres Kindes gehemmt wurde.

„Wenn die Blutarmut nicht behandelt wird, hätte das Ungeborene daran sterben können“, sagt Professor Dietmar Schlembach von der Abteilung für Pränatale Diagnostik und Therapie der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKJ.

Gemeinsam mit der Blutbank des Instituts für Transfusionsmedizin des Klinikums hatte sich das Team um Prof. Schlembach intensiv auf diesen Eingriff vorbereitet. Um die schwerwiegende Blutarmut auszugleichen, punktierten die Ärzte die Nabelschnur und gaben die notwendige Menge frischen Blutes. „Dem Kind und der Schwangeren geht es gut“, sagt Prof. Schlembach. Die Schwangerschaft könne nun voraussichtlich bis zum geplanten Entbindungstermin fortgesetzt werden. Als Vorsichtsmaßnahme werde die Entwicklung des Ungeborenen in kurzen Abständen kontrolliert.

„Bisher mussten Schwangere mit diesen Problemen weit bis in andere Bundesländer fahren, da eine solche invasive vorgeburtliche Behandlung in Thüringen nicht möglich war“, erläutert Prof. Schlembach, der seit 2012 am UKJ tätig ist. Bei seiner vorherigen Tätigkeit als leitender Oberarzt an der Universität Graz hatte er bereits reiche Erfahrungen für diese Form der vorgeburtlichen Behandlung sammeln können. „Dass dieser Eingriff jetzt auch am Perinatalzentrum Jena durchgeführt werden kann, verbessert die Betreuung für Risikoschwangere in Thüringen deutlich“, sagt Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Direktor der Abteilung Geburtshilfe. Jährlich werden am UKJ rund 2.000 werdende Mütter betreut, etwa 25 Prozent gelten als Risikoschwangere.

Das festgestellte Virus löst die so genannten Ringelröteln aus, die bei gesunden Menschen ohne Komplikationen verlaufen. Tritt die Infektion jedoch in der Schwangerschaft auf, kann sie über den Mutterkuchen das Kind erreichen und im schlimmsten Fall zum Tod des Ungeborenen führen. In Deutschland geschieht dies rund 80 Mal pro Jahr. Da Ringelröteln meist im Kindesalter auftreten, sollten sich Schwangere besonders vorsichtig verhalten, wenn sie bereits ein älteres Kind haben, das einen Kindergarten besucht, so Prof. Schlembach.

Kontaktdaten:
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Abt. Geburtshilfe
Prof. Dr. Ekkehard Schleußner
Bachstraße 18
07743 Jena
Telefon 03641/ 93 32 30
Telefax 03641/ 93 39 86

Stefan Dreising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie