Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreicher Schritt im Kampf gegen Lebertumoren

06.10.2010
Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie wendet zwei neue, lebensverlängernde Behandlungsmethoden bei Patienten mit Lebermetastasen und Leberkarzinomen an.

Prof. Dr. Thomas J. Vogl, Direktor am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums der Goethe-Universität Frankfurt, belegt mit zwei von ihm durchgeführten Studien im Rahmen des interdisziplinären Leberzentrums der Universität erfolgreiche Behandlungsmethoden im Kampf gegen den Krebs.

So kann sich nicht nur die Lebenserwartung von Patienten mit Lebermetastasen bei Brustkrebs und von Patienten mit einem bösartigen Leberkarzinom verlängern, sondern es kann eine verträglichere Behandlung geboten werden.

Behandlung von Leberkarzinomen mit Transarterieller Chemoembolisation und Medikamentenkapseln

Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein minimal-invasives Verfahren der Radiologie. Hierbei hemmt ein Chemotherapeutikum das Zellwachstum des Tumors. Gleichzeitig wird das Tumorgewebe durch einen Verschluss der versorgenden Arterien minderdurchblutet und stirbt ab (Embolisation). Die Entwicklung neuartiger Kapseln (engl.: beads), so genannter „DC Beads“, liefert einen bisher fehlenden Standard in der Durchführung einer TACE. Mit dem Einsatz von Doxorubicin wurde ein effektiveres Medikament mit gleichzeitig minimaler Toxizität gefunden. Das umliegende gesunde Gewebe bleibt dabei größtenteils unversehrt.

Eine Studie unter der Leitung von Prof. Vogl mit 212 Patienten, deren Tumoren operativ nicht entfernt werden konnten, zeigt, dass die Behandlung mit den „DC Beads“ im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung sicherer und effizienter ist. Erfolge werden auch bei fortgeschrittenem Krebsstadium versprochen. Neben der besseren Kontrolle des Tumors und dem kontinuierlichen Nachlassen der Symptome ist die Behandlung weitaus verträglicher für Leber- und Herzmuskelzellen. Eine vollständige Heilung der Patienten mit nicht operablen Leberkarzinomen verspricht die Behandlung nicht, allerdings kann die Lebenserwartung der Patienten ohne größere Einschränkung der Lebensqualität sechs bis 24 Monate verlängert werden.

Erfolgreiche Kombinationstherapie bei Lebermetastasen in Folge von Brustkrebs

Lebermetastasen sind bösartige Tumorzellverbände und treten häufig bei Brustkrebspatientinnen auf. Der Krebs entsteht nicht in der Leber selbst, sondern lagert sich hier ab und wächst weiter. Das Überleben mit unbehandelten Lebermetastasen beträgt nur wenige Monate. Einzige Heilungsoption war bislang das chirurgische Entfernen des Tumorgewebes. Aufgrund der meist weit entwickelten Metastasen ist dies jedoch bei nur rund fünf Prozent der Betroffenen möglich. Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie unter der Leitung von Prof. Vogl führt eine kombinierte Behandlungsmethode von TACE und der laserinduzierten Thermotherapie (LITT) durch. Die positiven Ergebnisse konnten bereits in einer Studie von Prof. Vogl nachgewiesen werden. LITT ist eine Methode, die mithilfe von Hitze die Metastasen zerstört, das umliegende Gewebe aber weitestgehend schont.

Das Abtragen durch Laserbeschuss ist minimal-invasiv und ambulant durchführbar und belastet die Patientinnen weitaus geringer. „Angesichts des fortgeschrittenen Krankheitsstadiums der behandelten Patientinnen ist ein Therapieansatz vorzuziehen, der die Lebensqualität in den Vordergrund stellt. Daher sind ambulante Therapien mit geringen Nebenwirkungen, die den Krankheitsverlauf lange stabilisieren, von großer Bedeutung. Sie müssen zu einer Lebensverlängerung führen, ohne die Lebensqualität einzuschränken", erklärt Studienleiter Prof. Vogl. Die im „American Journal of Roentgenology“ veröffentlichte Studie zur kombinierten Behandlung bei 161 Patientinnen mit Lebermetastasen nach Brustkrebs liefert positive Resultate hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit. Das gibt insbesondere Hoffnung für Patientinnen mit einem Krankheitszustand, der eine Operation nicht mehr zulässt, oder wenn eine systemische Chemotherapie keinen Erfolg brachte.

Über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden Hochschulkliniken Deutschlands. Es bietet seinen Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 25 Fachkliniken. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 25 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis. 1.169 Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden 47.200 stationäre und 220.000 ambulante Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt das Universitätsklinikum unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie nimmt es besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Neben der Herzchirurgie besteht beim Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz auch in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Dermatologie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Alleinstellungsmerkmal für die Region Frankfurt-Offenbach. 4.055 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten. Weitere Informationen über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität finden Sie unter http://www.kgu.de.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Thomas J. Vogl
Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (069) 6301 – 87 20 2
Fax: (069) 6301 – 72 58
E-Mail: t.vogl@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Recht/Öffentlichkeitsarbeit/Presse
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 – 77 64
Fax: (0 69) 63 01 – 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Johannes Eisenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.radiologie-uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie