Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreicher Einsatz von Asthma-Medikament bei Nesselsucht-Behandlung

25.02.2013
Bessere Therapiechancen für Urtikaria-Patienten

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat nachgewiesen, dass Omalizumab, ein Antikörper gegen Immunoglobin E (Anti-IgE), bei Urtikaria -Patienten wirksam war, denen die übliche Therapie mit H1-Antihistamin nicht geholfen hatte.

Die Verabreichung von Omalizumab, ein Medikament, das bisher bei der Behandlung von Asthma eingesetzt wird, führte zu einer Verminderung der Krankheitssymptome der Urtikaria. Die Ergebnisse der Studie sind nun in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine* erschienen.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Marcus Maurer, Forschungsdirektor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Stellvertretender Leiter des Allergie-Centrums-Charité sowie weitere Arbeitsgruppen aus den USA und Großbritannien haben in ihrer multizentrischen Phase-III-Studie die Daten von 466 Patienten erhoben und ausgewertet. Die sogenannte chronische spontane Urtikaria ist eine Form der Nesselsucht, die länger als sechs Wochen andauert, Ödeme in der Unterhaut (Angioödeme) entwickeln kann und ohne erkennbare äußere Einwirkung entsteht. Sie dauert im Durchschnitt rund fünf Jahre an.

Nicht-sedierende H1-Antihistaminika sind die hauptsächlichen Medikamente für die Erstbehandlung und besitzen als einzige eine Zulassung der Arzneimittelbehörden. Allerdings bleiben diese Medikamente bei mehr als der Hälfte aller Urtikaria-Patienten wirkungslos.

Die Forschungsergebnisse der Studie zeigen, dass Omalizumab zur Behandlung von schwerem allergischen Asthma bronchiale in der Lage ist, bei Patienten, die sich erfolglos einer Antihistamin-Behandlung unterzogen hatten, allergen-vermittelte Hautreaktionen wie Juckreiz zu unterdrücken.

„Unsere wissenschaftliche Idee für eine neue Therapie und für ein neues Krankheitskonzept bei Urtikaria wird durch diese Ergebnisse bestätigt. Es gibt nun eine neue Therapie, die unzweifelhaft wirksam ist“, sagt Marcus Maurer, Erstautor der Studie. „Omalizumab hat sich als das weitaus wirksamste Medikament erwiesen, dass je bei Urtikaria verabreicht wurde. Sein Einsatz stellt einen großen Fortschritt in der Behandlung der chronischen Urtikaria dar.“

*Originalpublikation: Maurer, Marcus et al. 2013. Omalizumab for the Treatment of Chronic Idiopathic or Spontaneous Urticaria. In: New England Journal of Medicine; February 24, 2013; DOI: 10.1056/NEJMoa1215372.

Dr. Julia Biederlack | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/
http://www.derma.charite.de/
http://www.allergie-centrum-charite.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie