Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreich gegen das Übergewicht: Lösungsansätze für fettreduzierte Lebensmittel

06.11.2012
Verschiedene Studien und ein Blick in die Öffentlichkeit zeigen: Übergewicht ist ein Problem, das auch in Deutschland wortwörtlich an Gewicht zunimmt.

Ein zu hoher Konsum von energie- und fettreichen Lebensmitteln gilt – neben mangelnder Bewegung – als eine der Hauptursachen von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Die Lebensmittelwirtschaft hat dies erkannt und bereits zahlreiche fettreduzierte Produkte entwickelt, die jedoch insgesamt von Verbrauchern zu wenig angenommen werden.

Vor diesem Hintergrund initiierte der Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) vor drei Jahren das interdisziplinär und branchenübergreifend angelegte DFG/AiF-Clusterprojekt „Fettwahrnehmung und Sättigungsregulation: Ansatz zur Entwicklung fettreduzierter Lebensmittel“.

Ziel war es, durch die Kombination von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung sowohl das komplexe Zusammenspiel zwischen Textur, Aroma und Geschmack in fettreichen und -reduzierten Lebensmitteln aufzuklären, als auch den Einfluss von Fetten und Fettbegleitstoffen auf die Sättigung zu entschlüsseln.

Das Clusterprojekt, an dem elf Forschergruppen beteiligt waren, konnte nun erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen eines Abschlusssymposiums wurden die umfassenden Ergebnisse am 6. November präsentiert. Über 100 Experten aus Industrie und Wissenschaft kamen zu der Veranstaltung nach Bonn.

Auf Basis der nun vorliegenden Ergebnisse können innovative, fettreduzierte Lebensmittel entwickelt werden, die eine deutlich höhere Akzeptanz bei Verbrauchern erwarten lassen. Darüber hinaus ermöglichen die gewonnenen Erkenntnisse der Industrie den gezielten Einsatz von Fettbegleitstoffen sowie eine optimierte Herstellungstechnologie bei fettreduzierten Produkten.
Der FEI hat eine Abschlusspublikation mit den zentralen Ergebnissen des Clusterprojektes veröffentlicht. Einzelexemplare der 170 Seiten umfassenden Print-Publikation sind gebührenfrei beim FEI erhältlich. Ein PDF der Publikation steht ebenfalls zum Download zur Verfügung unter www.fei-bonn.de/abschlusspublikation_cluster3/.

Eine Online-Dokumentation des Abschlusssymposiums wird in Kürze unter
www.fei-bonn.de/dokumentationen.html veröffentlicht.
Zum thematischen Hintergrund:
Die Deutschen werden immer dicker: Verschiedene Studien (DEGS-Studie des Robert-Koch-Instituts; Nationale Verzehrsstudie 2005-2007) belegen, dass über die Hälfte der Frauen und mehr als Zweidrittel der Männer übergewichtig sind, d.h. einen BMI (Body-Mass-Index [kg/m²]) von über 25 haben. Während noch vor einigen Jahren „nur“ jeder fünfte Bundesbürger als fettleibig (BMI > 30) galt, ist 2012 fast ein Viertel der Deutschen fettleibig. Fettleibigkeit führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Folgekrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose.

Laut des Ernährungsberichts 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) lagen 2001 Schätzungen zufolge die direkten volkswirtschaftlichen Kosten des Übergewichts bei 530 Mio. Euro. Werden Begleit- und Folgeerkrankungen hinzugezogen, entstehen allein in Deutschland jährlich über 5 Mrd. Euro Kosten durch die Folgen des Übergewichts.

Zum Clusterprojekt „Fettwahrnehmung und Sättigungsregulation“:
Elf Wissenschaftlergruppen renommierter Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland – Lebensmittelchemiker, Mediziner, Ernährungswissenschaftler, Molekularbiologen und Technologen – forschten interdisziplinär im Rahmen des Clusterprojektes, das von Prof. Dr. Dr. Peter Schieberle (Technische Universität München, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie; Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Freising) federführend konzipiert und fachlich koordiniert wurde.

Neben milchverarbeitenden Unternehmen werden vor allem die Hersteller von diätetischen Lebensmitteln, Süßwaren und Fleischprodukten von den umfassenden Ergebnissen des Clusterprojektes profitieren können. Weiterhin hat das Projekt große Bedeutung für Hersteller von Rohstoffen (wie Speiseölen) und Zusatzstoffen (wie Polysacchariden).

Realisiert werden konnte das Clustervorhaben durch eine gemeinsame Initiative der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), der AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) und des FEI sowie durch Förderung des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).

Daniela Kinkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fei-bonn.de/abschlusspublikation_cluster3/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise