Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entstehung von Epilepsie auf der Spur

24.11.2008
Fehlerhafte Immunreaktion als möglicher Auslöser

Eine fehlerhafte Immunreaktion könnte für die Entstehung von Epilepsie verantwortlich sein. Amerikanische und italienische Wissenschaftler haben in Studien mit Mäusen die charakteristischen Anfälle mit Veränderungen des Gehirns in Zusammenhang gebracht, die dazu führten, dass Immunzellen im Inneren von Blutgefäßen klebten.

Das wiederum trug laut Nature Medicine dazu bei, dass ein entscheidender Filter zusammenbrach, der das Gehirn vor schädlichen Chemikalien schützt. Wurde verhindert, dass diese Zellen klebrig wurden, konnte das zumindest bei Mäusen die Entwicklung einer Epilepsie verhindern.

Die aktuelle Forschung hat sich auf Probleme mit der so genannten Blut-Gehirn-Schranke konzentriert und hofft so einen möglichen Weg zu einem besseren Verständnis dieser Krankheit zu finden. Viele Moleküle im Blut können, wenn sie ins Gehirn gelangen, eine Schädigung verursachen. Aus diesem Grund ist diese Schranke von so entscheidender Bedeutung. Der Verlust der Schranke steht bekanntermaßen mit der Reizbarkeit von Neuronen in Zusammenhang, die der Auslöser für Anfälle sein könnten. Die grundlegende Ursache für das Zusammenbrechen dieser Schranke bleibt weiter im Dunkeln.

Die aktuelle Studie könnte laut BBC herausgefunden haben, wie ein erster nicht epileptischer Anfall zu einer lebenslangen Erkrankung führen kann. Die Wissenschaftler untersuchten das Verhalten von weißen Blutkörperchen. Ihre Aufgabe ist es, den Körper vor Gefahren wie Bakterien und Viren zu schützen. Es zeigte sich, dass zumindest bei Mäusen dieser erste alles auslösende Anfall durch die Freisetzung einer Chemikalie in den Blutgefäßen verursacht wird, die die Adhäsion die weißen Blutkörperchen erhöhte und sie so länger dort verbleiben ließ. Die Häufigkeit der Anfälle konnte bei den Tieren deutlich verringert werden, als diese Klebrigkeit der Zellen durch Antikörper oder gentechnische Veränderungen der Mäuse blockiert wurde.

Die Analyse des Gehirngewebes von Epilepsie-Patienten ergab eine viel größere Menge an Leukozyten als bei gesunden Menschen. Matthew Walker, Neurowissenschaftler am University College London, betonte, es sei denkbar, dass bereits wirksame Medikamente auf dem Markt seien, die allerdings nicht für die Behandlung von Epilepsie gedacht und daher auch nicht entsprechend getestet worden sind. Es bestehe daher die Möglichkeit, dass schon bald neue Behandlungsansätze für Epilepsie zu Verfügung stehen könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive