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Endogene Nukleotide und Graft-versus-host Erkrankung

14.11.2008
Die allogene hämatopoetische Zelltransplantation ist eine wirksame Therapieoption für eine Vielzahl von Blutkrebserkrankungen.

Der klinische Erfolg dieser Therapieoption wird jedoch durch akute Graft-versus-host Erkrankung (GvHD) behindert, eine schwere Nebenwirkung der allogenen hämatopoetischer Zelltransplantation.

Da es beim Zellzerfall bedingt durch Konditionierungs-Chemo-/Bestrahlungstherapie vor Transplantation zur Freisetzung von endogenen Nukleotiden, in den extrazellulären Raum kommt, ist es möglich, dass Nukleotide über die Bindung von purinergen Rezeptoren auf T-Zellen und dendritischen Zellen entzündliche Prozesse verstärkt und möglicherweise eine akute GvHD fördert.

In dem durch die Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt des Forscherteams Dr. R. Zeiser, PD Dr. M. Idzko und Prof. Dr. J. Finke soll zunächst geklärt werden, welche Bedeutung endogen freigesetzte Nukleotide bei der allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation hat. Hierfür werden Untersuchungen, sowohl an Patientenmaterial wie auch an Gewebe aus dem murinen Transplantationsmodell durchgeführt.

Im weiteren soll geprüft werden, ob eine Modifikation des GvHD-Schweregrades durch gezielte Blockade oder Gen knock-out von Purinergen Rezeptoren möglich ist. Da das therapeutische Ziel der allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation die Abstoßung der Leukämiezellen ist, soll zudem untersucht werden, ob dieser immunologische Prozess trotz Antagonisierug von Signalen, die über Purinergen Rezeptoren vermittelt werden, noch erhalten bleibt.

Die aus dem Projekt hervorgehenden Daten sollen helfen die Rolle von Purinergen Rezeptoren für die akute Graft-versus-host Erkrankung zu klären und könnten dazu beitragen, einen potenziellen neuen therapeutischen Ansatz für Patienten mit Leukämieerkrankungen nach allogener hämatopoetischer Zelltransplantation zu schaffen.

Kontakt:
Dr. Robert Zeiser, PD Dr. Marco Idzko, Prof Dr. Jürgen Finke
Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Innere Medizin I
Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 80.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.sanst.de

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