Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Endlich non-invasiv: Erstmals in Deutschland werden Schilddrüsenknoten per Ultraschall entfernt

25.02.2014
Am Universitätsklinikum Frankfurt wurde die erste Ultraschallbehandlung von Schilddrüsenknoten in Deutschland durchgeführt. Die Wellen beseitigen das betroffene Gewebe unter der Haut, ohne die Haut selbst zu beschädigen.

Fast 20 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Die Vergrößerung der Schilddrüse durch die Knoten kann sich für die Betroffenen sehr unangenehm auswirken: Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein unangenehmes Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang können die Folge sein. Das Universitätsklinikum Frankfurt hat jetzt ein ursprünglich in Frankreich entwickeltes High-Tech-Verfahren erstmals in Deutschland eingesetzt, das Knoten sehr schonend entfernt.

Im Gegensatz zu anderen Behandlungen ist dazu keinerlei Öffnung des Körpers mehr nötig. Ein hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU) wird von außen auf den Schilddrüsenknoten gerichtet und bewirkt damit Absterben und Abbau des Geschwulst. „Es wird nur der Schilddrüsenknoten zerstört, das gesunde Schilddrüsengewebe wird geschont und behält seine normale Funktion“, erläutert Prof. Frank Grünwald, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum.

Knoten werden wie unter einer Lupe erhitzt

Ultraschallwellen kommen in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Untersuchungen während der Schwangerschaft zum Einsatz. Bei dieser Therapie werden sie allerdings mit einer viel höheren Konzentration verwendet. Ein Spezialgerät fokussiert die Ultraschallwellen ähnlich wie Sonnenstrahlen durch eine Lupe auf einen präzisen Punkt. Damit wird schnell und intensiv eine lokale Erwärmung des Gewebes auf rund 85 Grad Celsius erreicht, ohne die darüber liegende Haut und das umgebende Gewebe zu beschädigen. Die Erhitzung zerstört die Zellen des Schilddrüsenknotens, die danach vom Körper selbstständig abgebaut werden.


Der Kopf des Geräts dient zugleich der Therapiedurchführung und -überwachung in Echtzeit. Die Behandlung erfolgt ambulant unter leichter Lokalanästhesie. Ein Hautschnitt oder eine Narkose sind nicht erforderlich. Deshalb können die Patienten zeitnah nach der Behandlung nach Hause entlassen werden und sind in keiner Weise eingeschränkt. Abhängig von der Knotengröße dauert die Behandlung zwischen 15 bis 45 Minuten.

Frankfurter Nuklearmedizin ist international Vorreiter in der Schilddrüsenbehandlung

Die HIFU-Technologie wurde bereits zur Behandlung von Erkrankungen der Brust, des Uterus und der Prostata eingesetzt. Das Frankfurter Ärzteteam bestehend aus Oberarzt Dr. Marco Etzel und PD Dr. Hüdayi Korkusuz hat die Therapie jetzt erstmals in Deutschland an der Schilddrüse durchgeführt. Sie konnten Patienten sowohl mit heißen als auch kalten Schilddrüsenknoten erfolgreich behandeln. An der Weiterentwicklung des Verfahrens sind sie ebenfalls federführend beteiligt. 

Die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt gehört zu den weltweit führenden Häusern in der Entwicklung und Anwendung neuer Therapieformen zur Behandlung von Schilddrüsenknoten als Alternative zur Schilddrüsenoperation. Sie bietet neben der Ultraschallbehandlung und der etablierten Radiojodtherapie auch bereits die Entfernung der Knoten durch Mikrowellen an.    

Ricarda Wessinghage | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen