Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Elektronische Nase“ erschnüffelt Herzschwäche

29.08.2011
Vom 27. – 31. August 2011 findet in Paris der Kongress der European Society of Cardiology (ESC) statt

Eine Forscherteam des Uniklinikums Jena hat eine völlig neuartige, nicht eingreifende Methode zum Entdecken von Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI) entwickelt. Eine „elektronische Nase“ ermöglicht das Riechen einer Herzschwäche. „Unser Ziel ist es, eine minimalinvasive Methode zu entwickeln, die dabei hilft, Herzschwäche sehr schnell zu diagnostizieren, einzuordnen und zu überwachen“, sagt Dr. Vasileios Kechagias auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris. „Die frühzeitige Diagnose chronischer Herzschwäche durch regelmäßiges Screening ermöglicht eine frühe Behandlung.“

Die „elektronische Nase“ besteht aus drei verketteten Dickschicht-Gas-Sensoren auf Metalloxyd-Basis mit eingearbeiteten Hitzeelementen. Jeder Sensor hat eine von den anderen leicht abweichende Sensitivität für molekulare Geruchszusammensetzungen. Die Reaktion der Moleküle mit den Sensoren kommt durch Oxydation an der erhitzten Sensoroberfläche zustande, die dadurch eine Änderung der Leitfähigkeit in der Metalloxyd-Schicht bewirkt und gemessen werden kann. Die Krankheitszuordnung basiert auf einer statistischen Analyse der gemessenen Abweichungen in den Sensoren.

Die Probanden wurden in drei Gruppen aufgeteilt (dekompensierte HI, kompensierte HI, keine HI). Dann wurden die Studienteilnehmer mittels elektronischer Nase in zehn Durchgängen pro drei Minuten (doppelblind) untersucht, anschließend wurden die Daten analysiert. Das Ergebnis: Bei allen untersuchten Patienten konnten die relevanten Daten per „elektronischer Nase“ erhoben werden. Patienten mit kompensierter HI und Patienten mit dekompensierter HI konnten voneinander unterschieden werden mit 89 Prozent Sensitivität und 88 Prozent Spezifität. Probanden ohne HI konnten von jenen mit HI mit 89 Prozent Sensitivität und 84 Prozent Spezifität unterschieden werden. Sensitivität beschreibt die Fähigkeit, Risikopatienten zu erkennen. Die Sensitivität eines diagnostischen Tests ist die Fähigkeit, tatsächlich Kranke als krank zu erkennen.

HI ist die Unfähigkeit des Herzens, die vom Körper benötigte Blutmenge ohne Druckanstieg in den Herzvorhöfen zu fördern. Die kompensierte HI zeigt keine Sympstome oder erst bei stärkerer körperlicher Belastung. Im dekompensierten Stadium kommt es zu krankhaften Wasseransammlungen und Luftnot in Ruhe oder unter geringer Belastung. In der Todesursachenstatistik Deutschlands (2006) liegt HI auf Platz drei noch vor Krebserkrankungen wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7800 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Kontakt:
Pressestelle der DGK
Achenbachstraße 43
40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600692 - 51
Fax: 0211 / 600692 - 10
Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher, Berlin)
E-Mail: fleck@dhzb.de
Christiane Limberg (Pressereferentin, Düsseldorf)
E-Mail: limberg@dgk.org
Während des Kongresses:
B & K Medien- und Kommunikationsberatung: mobil +43-676-6356775; Tel.: +43-1-3194378-22; bettschart@bkkommunikation.com

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org/

Weitere Berichte zu: DGK ESC Herzschwäche Sensitivität Sensor Spezifität elektronische Nase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten