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Einseitige Taubheit in Kombination mit Tinnitus – Innenohrimplantate verbessern Hörqualität

12.05.2011
Etwa 13 000 Bundesbürger zwischen 50 und 60 Jahren leiden unter einseitiger Taubheit. In mehr als 80 Prozent der Fälle sind starke Ohrgeräusche, der sogenannte Tinnitus, die Folge.

Bei anhaltenden Beschwerden ist die Lebensqualität der Patienten häufig durch Schlaflosigkeit und Depressionen mit nachfolgender Arbeitsunfähigkeit stark beeinträchtigt. HNO-Ärzte behandeln Betroffene seit einiger Zeit erfolgreich mit Hörschnecken-Prothesen, sogenannten Cochlearimplantaten (CI).

Auf der 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie erörtern Experten Vor-und Nachteile dieser Therapie.

Wie Wissenschaftler der HNO-Universitätsklinik Freiburg nachweisen konnten, profitieren einseitig taube Patienten ohne und mit Tinnitus vom Einsatz eines Cochlearimplantats. In einer Operation platziert der Arzt das Implantat in die Hörschnecke des Innenohrs. Dort ersetzt es die natürliche Reizübertragung der Sinneszellen auf den Hörnerv.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Hörschnecken-Prothese bei Patienten mit einseitiger Ertaubung alternativen Methoden deutlich überlegen ist“, fasst Dr. med. Susan Arndt, Oberärztin an der Universitätsklinik für HNO, Universitätsklinikum Freiburg die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zusammen.

Sowohl das Richtungshören als auch das Sprachverstehen verbesserte sich bei den Patienten erheblich. Selbst bei zusätzlicher Geräuschkulisse und wenn die Sprache von Seiten des tauben Ohres kam, konnten Patienten mit Implantat deutlich mehr verstehen als zuvor mit einem konventionellen Hörgerät. Das CI mindert zudem Ohrgeräusche: Bei 98 Prozent der Patienten verschwand der Tinnitus teilweise oder sogar vollständig, wenn das Implantat eingeschaltet ist.

Allerdings eignet sich die Methode nicht für alle Patienten mit einseitiger Taubheit. Unter welchen Bedingungen eine Versorgung mit einem CI erfolgreich ist und wann sich die Therapie mit herkömmlichen Hörgeräten weiterhin anbietet, erörtert Dr. Arndt auf einer Pressekonferenz anlässlich der 82. Jahresversammlung der DGHNO KHC in Freiburg. Die Expertin informiert darüber hinaus über die rechtliche Grundlage zur Finanzierung einer Therapie mit Cochlearimplantaten.

Literatur:

Arndt S, Aschendorff A, Laszig R et al.
Comparison of Pseudobinaural Hearing to Real Binaural Hearing Rehabilitation After Cochlear Implantation in Patients With Unilateral Deafness and Tinnitus.

Otol Neurotol. 2011; 32(1):39-47.

Arndt S, Laszig R, Aschendorff A, et al.
Einseitige Taubheit und Cochlearimplant-Versorgung
Audiologische Diagnostik und Ergebnisse
HNO. 2011; 59:437–446.
Arndt S, Laszig R, Aschendorff A et al.
The University of Freiburg Asymmetric Hearing Loss Study
Audiol Neurotol. 2011; 16 (suppl 1) 1–24
Terminhinweise:
82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 1. bis 5. Juni 2011
Ort: Konzerthaus Freiburg / Cinemaxx Freiburg
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 31. Mai 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Novotel am Konzerthaus, Raum Colmar, Konrad Adenauer Platz 2, 79098 Freiburg
Patiententag
Thema: Was tun bei Nasenatmungs- und Nasennebenhöhlenproblemen?
Termin: 4. Juni 2011, 15.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, HNO-Hörsaal, Kilianstraße 5, 79106 Freiburg

| idw
Weitere Informationen:
http://www.hno.org

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