Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch in der Behandlung des hohen Blutdrucks

30.12.2010
Neue Hoffnung für Patienten

Im Alter von über 50 Jahren leiden fast 50 Prozent der Menschen an unterschiedlich schweren Formen von Hochdruckerkrankungen, auch Hypertonie genannt. Bei 30 bis 40 Prozent ist das Ergebnis der Behandlung nicht ausreichend und in vielen Fällen ist eine Absenkung auf gewünschte Werte unter 140/90 mmHg nicht möglich - obwohl die Patienten vier und mehr verschiedene Medikamente zur Senkung des Hochdrucks einnehmen.

Schon vor 60 Jahren haben Chirurgen erfolgreich Nervenbahnen, die zu den Nieren führen, unterbunden, um eine Blutdrucksenkung zu erreichen. Zwischenzeitlich wurden aber zahlreiche verschiedene Medikamente entwickelt, wie Betablocker, ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten und Kalziumantagonisten, mit denen, unterstützt durch Wassertabletten (Diuretika), der Blutdruck abgesenkt werden kann, so dass die chirurgische Behandlungsform in Vergessenheit geriet.

Die Wissenschaft hat die Idee der Behandlungsform, die Chirurgen vor 60 Jahren nutzten, wieder aufgegriffen und eine Kathetermethode entwickelt, mit der von innen die Nervenversorgung der Nieren beeinflusst werden kann. Dazu werden Katheter in die Nierenarterie eingeführt und an drei bis vier Stellen punktförmig die Nervenversorgung an jeder Seite unterbrochen. Dies nennt man „Ablation“. Nach der Behandlung stellt sich im Verlaufe von wenigen Wochen eine Absenkung um bis zu 35 mmHg des Ausgangswertes ein und über 80 Prozent der Patienten sprechen auf die Behandlung an.

Erste Ergebnisse sind vielversprechend

Nach erfolgreichen multizentrischen Studien kann diese Ablationsbehandlung des hohen Blutdrucks, der durch Medikamente nicht beherrscht werden kann, Patienten jetzt auch im Essener Universitätsklinikum angeboten werden. Die ersten in der Klinik für Kardiologie gemeinsam mit der Klinik für Nephrologie behandelten Patienten, haben die Behandlung komplikationslos überstanden und zeigen gute Therapieeffekte, die die Ergebnisse der multizentrischen Studien bestätigen.

Damit hat die moderne katheterbasierte Behandlung von Patienten einen Durchbruch in der Behandlung des hohen Blutdrucks erreicht und neue Hoffnung für die Patienten mit schwer behandelbarem Bluthochdruck gegeben.

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Raimund Erbel, Direktor der Kardiologie, Tel.: 723 – 4800
Dr. Thomas Konorza, Oberarzt in Kardiologie, Tel.: 723 - 84805
Prof. Dr. Andreas Kribben, Direktor der Klinik für Nephrologie und
Oberärztin PD Dr. Heike Bruck, Tel.: 723 – 2552

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-essen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie