Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresdner Zentrum stellt Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit medizinischen Handelns auf den Prüfstand

21.05.2012
Medizinische Innovationen werden zunehmend unter dem Aspekt eines vertretbaren Verhältnisses von Aufwand und Ergebnis betrachtet.

Neue Therapien haben nur noch dann eine Chance, als Standard dauerhaft in die Krankenversorgung aufgenommen zu werden, wenn sie auch in der alltäglichen Praxis bewähren.

Die von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus formierte Dresdner Hochschulmedizin hat deshalb das bundesweit erste „Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung“ (ZEGV) gegründet, um Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit medizinischer Interventionen und Versorgungskonzepte unter Routinebedingungen wissenschaftlich zu untersuchen.

Als eine der deutschlandweit führenden Einrichtung der patientennahen Forschung werden Fakultät und Klinikum mit dem neuen Zentrum ihrem Anspruch gerecht, medizinische Innovationen so praxisorientiert wie möglich auszurichten: Die systematische und zeitnahe Überführung von Forschungsergebnissen in die Versorgungspraxis ist eine der zentralen Herausforderungen der universitären Medizin. Neue Therapien lassen sich künftig nur noch dann als Standard in der Krankheitsversorgung etablieren, wenn sich ihre Wirksamkeit auch im ärztlichen Alltag bei der Behandlung einer großen Zahl an Patienten belegen lässt. Dieser Anspruch einer sogenannten evidenzbasierten Gesundheitsversorgung erweitert das Überprüfungsprocedere bei der Einführung medizinischer Innovationen in die Routineversorgung.

„Die Dresdner Hochschulmedizin sieht einen großen Bedarf zur Stärkung der evidenzbasierten Medizin und Versorgungsforschung, dem wir mit dem Aufbau des neuen Zentrums als Schnittstelle von klinischer und methodischer Expertise Rechnung tragen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Hauptanliegen des ZEGV ist es, die Versorgungs- und Qualitätsforschung sowie die evidenzbasierte Medizin innerhalb der Dresdner Hochschulmedizin zu fördern, zu koordinieren sowie diese Aktivitäten fächer- und strukturübergreifend zu integrieren. Das ZEGV versteht sich dabei als interdisziplinäre Arbeits- und Organisationsstruktur der bisher 15 beteiligten Kliniken, Struktureinheiten und Einrichtungen der Dresdner Hochschulmedizin.

„Durch das Zusammenführen von fächer- und strukturübergreifender klinischer und methodischer Expertise sichert das ZEGV Effektivität, Effizienz und Nutzen medizinischer Interventionen unter Routinebedingungen und bildet damit einen weiteren Baustein für Exzellenz der Dresdner Medizinforschung. Dies trägt dazu bei, das wissenschaftliche Profil der Dresdner Hochschulmedizin weiter zu stärken und der Versorgungsforschung eine hohe nationale und internationale Sichtbarkeit zu verleihen“, sagt Prof. Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät.

Leiter des neu gegründeten Zentrums ist Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, Inhaber der Professur für Sozialmedizin und Versorgungsforschung an der Medizinischen Fakultät: „Der Aufbau des ZEGV hat in Deutschland Pilotcharakter – es ist bundesweit das erste seiner Art. Es wird den Dresdner Profilschwerpunkt ‚Public Health/Versorgungsforschung‘ stärken und innovativ weiterentwickeln“, so Prof. Schmitt. Zudem stelle die Versorgungsforschung für Krankenkassen, Ärzte und politische Entscheidungsträger eine Schlüsseldisziplin dar. Die Institutionalisierung der Versorgungsforschung in der Dresdner Hochschulmedizin sei daher strategisch von besonderer Relevanz, so der Leiter des neu gegründeten Zentrums.

Unter anderem bietet die Partnerschaft mit dem Klinikums-Zentralbereich Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement (QRM) die Chance, Maßnahmen des Qualitätsmanagements und der Versorgungspfade und -prozesse sowie die Einführung von Standards am Universitätsklinikum kritisch zu evaluieren. „Unsere Ziele sind unter anderem, ungerechtfertigte Aufwendungen zu erkennen, effektive und effiziente Prozesse zu fördern und so zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit der medizinischen Leistungsfähigkeit am Uniklinikum beizutragen“, erläutert PD Dr. Maria Eberlein-Gonska, Leiterin des Zentralbereichs QRM. Diese Erkenntnisse können direkt in kosteneffizientere Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Forschungsschwerpunkte des neuen Zentrums, zum Beispiel die Versorgungsepidemiologie, Nutzen-Forschung oder Comparative-Effectiveness-Research sind methodenorientiert, aufeinander abgestimmt und universell auf Fragestellungen der konservativen und operativen kurativen Medizin sowie in der Qualitätsforschung und Prozessoptimierung anwendbar.

Kontakt
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung ZEGV
Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH
Tel.: 0351 3177 447
Fax : 0351 3177 459
E-Mail: jochen.schmitt@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften