Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dickdarmkrebs besser behandeln

06.11.2012
Für seine wegweisenden Erkenntnisse im Bereich der Resistenzmechanismen bei der zielgerichteten Behandlung von Darmkrebs wurde Dr. med. Stefan Kasper von der Universität Duisburg-Essen (UDE) jetzt mit dem Forschungs- und Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) ausgezeichnet.
Der 34-jährige Wissenschaftler ist Oberarzt der Inneren Klinik (Tumorforschung) am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen und Mitglied der Gruppe von Prof. Dr. Martin Schuler.

Dickdramkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland mit etwa 70.000 Neuerkrankungen jährlich. Etwa die Hälfte der Patienten befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. „Ein Hauptproblem bei der Behandlung ist die Resistenz gegenüber den eingesetzten Antikörpertherapien“, erläutert Prof. Dr. Martin Schuler. Dass sie auf Mutationen der RAS Onkogene zurückgeht, ist eins der bedeutendsten Ergebnisse translationaler Forschung der letzten Jahre. Die Arbeitsgruppe am Westdeutschen Tumorzentrum konnte nun zeigen, dass dabei die Hochregulation des Eiweißstoffes BCL-XL eine ganz entscheidende Rolle spielt: BCL-XL verhindert den durch Antikörper und Chemotherapien ausgelösten Zelltod.

Durch den gezielten Einsatz von BCL-XL-Inhibitoren gelang es Dr. Stefan Kasper und seinem Team, die durch RAS-Onkogene vermittelte Resistenz gegenüber Antikörpern in vorklinischen Untersuchungen zu überwinden.

Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Oncogene“ erstmals veröffentlicht*. „Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse nun in wissenschaftlich kontrollierten klinischen Studien überprüfen und haben dabei vor allem auch die mögliche Anwendung bei der Behandlung unserer Patienten im Blick“, erklärt Dr. Stefan Kasper. Strategien zur Überwindung der Antikörperresistenz sind wichtig, weil mehr als 40 Prozent aller Patienten mit Dickdarmkrebs RAS-Mutationen im Tumor aufweisen.

Der mit 5.000 EUR dotierte DGHO Forschungs- und Innovationspreis zeichnet herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Grundlagenforschung und angewandten Krebsforschung aus. Seit 2009 erhält ihn bereits zum zweiten Mal ein UDE-Wissenschaftler. Das bestätigt, dass wir mit unserem Forschungsansatz auf dem richtigen Weg sind", freut sich Prof. Dr. Martin Schuler. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) wurde 1908 gegründet.

Sie vertritt die Anliegen der hämatologischen und onkologischen Kliniken und Praxen in Forschung und Lehre, Fort- und Weiterbildung und gehört mit seinen mehr als 2.700 Mitgliedern zu den größten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Das WTZ ist das einzige Onkologische Spitzenzentrum der Metropolregion Ruhr, das durch die Deutsche Krebshilfe in einem internationalen Begutachtungsverfahren ausgewählt wurde. Derzeit gibt es in Deutschland elf onkologische Spitzenzentren, davon zwei in Nordrhein-Westfalen.

* Kasper S, Breitenbuecher F, Reis H, Brandau S, Worm K, Köhler J, Paul A,
Trarbach T, Schmid KW, Schuler M. Oncogenic RAS simultaneously protects against anti-EGFR antibody-dependent cellular cytotoxicity and EGFR signaling blockade. Oncogene. 2012 Jul 16. doi: 10.1038/onc.2012.302. [Epub ahead of print]
Weitere Informationen: Dr. med. Stefan Kasper, Tel. 0201/723-3449, stefan.kasper@uk-essen.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430
Weitere Informationen:

http://www.uni-due.de/tumorforschung
http://www.wtz-essen.de
http://www.dgho.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-essen.de

Weitere Berichte zu: Antikörper Bcl-xL DGHO Hämatologie Innovationspreis Onkologie Tumorzentrum WTZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften