Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

diabetesDE fordert exakte Nährwertangaben auf Lebensmitteln

19.03.2009
Schluss mit so genannten "Diabetiker-Lebensmitteln"

Die Bedürfnisse von rund acht Millionen Menschen mit Diabetes werden bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln zu wenig berücksichtigt. Darauf wies diabetesDE heute in einer Diskussion mit Parlamentariern hin.

Die Organisation, die sich für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen stark macht, fordert exakte Nährwertangaben auf allen verpackten Nahrungsmitteln. Die so genannten "Diabetiker-Lebensmittel" müssten hingegen vom Markt verschwinden.

Derzeit fehlen auf den meisten verpackten Lebensmitteln Angaben über den Anteil an Eiweiß, Zucker, Fetten, gesättigten Fettsäuren, Salzen und Ballaststoffen. Auch der Brennwert müsste genannt werden sowie die Gesamtmenge an Kohlenhydraten pro 100 Gramm. Nur so ist es Menschen mit Diabetes möglich, ihr Insulin korrekt zu dosieren und ihre Ernährung zuverlässig zu planen.

"Auch als vorbeugende Maßnahme gegen Übergewicht und seine Folgekrankheiten sind verständliche, gut lesbare Nährwertangaben notwendig", erklärt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. Diese sollten europaweit für alle verpackten Lebensmittel vorgeschrieben werden.

Ein weiterer Kritikpunkt von diabetesDE im Gespräch mit den Parlamentariern waren die so genannten "Diabetiker-Lebensmittel". Die veraltete nationale Diätverordnung (§ 12 DiätV) müsste nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand komplett gestrichen werden.

"Obwohl sich die Experten seit Jahren einig sind, dass die als "Diabetiker-Lebensmittel" gekennzeichneten Produkte unnötig und sogar schädlich sind, gibt es sie immer noch", kritisiert Michaela Berger, Diabetes-Beraterin und stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE. Diese Kennzeichnung vermittele den Menschen mit Diabetes, dass diese Lebensmittel gesund für sie seien.

Das Gegenteil ist der Fall: Bei diesen Lebensmitteln handelt es sich überwiegend um Süßigkeiten, in denen der Zucker durch Ersatzstoffe ausgetauscht ist. Das bietet Menschen mit Diabetes jedoch keinen Vorteil. Problematisch ist der hohe Fettgehalt in diesen Produkten - ein Nährwert, den Menschen mit Diabetes in Maßen zu sich nehmen sollten. Durch die Kennzeichnung meinen viele jedoch, sie täten sich mit diesen Lebensmitteln etwas Gutes und essen besonders viel davon. Wie irreführend diese Kennzeichnung ist, belegen die Verbraucherzahlen: Immer noch 50 Prozent aller Menschen mit Diabetes greifen zu diesen Produkten. "Diese Irreführung des Verbrauchers muss aufhören", forderte deshalb Professor Danne von diabetesDE. Es läge in der Hand der Politik, hier Klarheit zu schaffen.

Mit dieser parlamentarischen Veranstaltung zur Lebensmittelkennzeichnung in Berlin hat die seit Anfang Januar aktive Organisation diabetesDE deutlich gemacht, wie sie sich in die öffentliche und politischen Diskussion einbringen wird. Als gemeinsame Interessenvertretung von Menschen mit Diabetes, Ärzten, Diabetesberatern und Wissenschaftlern in der Diabetologie wird sich diabetesDE künftig aktiv für eine bessere Qualität in Prävention, Versorgung und Forschung einsetzen.

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle
diabetesDE
Beate Schweizer
Postfach 30 11 20. 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-295
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.diabetesde.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise