Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-afrikanisches Forschungsprojekt zu resistenten Krankheitserregern

25.06.2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat für drei Jahre rund 900.000 Euro für ein deutsch-afrikanisches Kooperationsprojekt auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten bewilligt.

Unter Federführung der Universität des Saarlandes wollen Wissenschaftler erforschen, wie sich der in Europa weit verbreitete Krankheitserreger „Staphylococcus aureus“ in Süd- und Zentralafrika verhält. Dieses Bakterium, das in entwickelten Ländern ein Haupt-Krankheitserreger ist, stellt auch für afrikanische Krankenhäuser ein großes Problem dar. Seine Ausbreitung und Bekämpfung sind noch ungeklärt.

Das deutsch-afrikanische Kooperationsprojekt ist auf eine Laufzeit von zunächst drei Jahren angelegt und wird mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Es ist eines der größten Verbundprojekte zum Thema „Infektionskrankheiten in Afrika“, für das die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt insgesamt rund 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Neben der Saar-Uni und dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert sind die Universitäten in Freiburg, Münster und Tübingen sowie Forschungseinrichtungen in Mozambique, Tanzania und Gabun beteiligt. Der Sprecher des Konsortiums ist Mathias Herrmann, Professor für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität des Saarlandes. Rund 156.000 Euro der Fördergelder verbleiben für Forschungen und Projektmanagement am Institut für Medizinische Mikrobiologie auf dem Universitätscampus in Homburg/Saar, weitere 113.000 Euro beim IBMT (Professor Hagen von Briesen).

Der Krankheitserreger „Staphylococcus aureus“ ist tückisch, weil er die Haut von Mensch und Tier besiedeln kann, ohne Symptome hervorzurufen. Bei einer harmlosen Störung der Hautbarriere, aber auch bei einem medizinischen Eingriff kann der Erreger in den Körper eindringen und dort schwere Infektionen der inneren Organe oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Durch den Einsatz von Antibiotika sind die Bakterien teilweise multiresistent geworden („MRSA“) und nur noch schwer mit Medikamenten zu bekämpfen.

Die Wissenschaftler in Deutschland und Afrika wollen herausfinden, wie verbreitet und resistent die Erreger auf dem afrikanischen Kontinent sind und was getan werden kann, um die tödliche Gefahr einzudämmen. Die Wissenschaftler können dabei auch auf umfangreiche Erfahrungen aus regionalen deutschen Netzwerken zurückgreifen. So leitet Herrmann das Netzwerk „MRSAarNetz“ und die am Projekt beteiligten Mediziner der Universität Münster führen das dortige Euregio-Projekt „MRSA-net“.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Mathias Herrmann
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universität des Saarlandes
Tel. 06841 / 16-23900
E-mail: mathias.herrmann@uks.eu
Redaktion:
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Telefon (0681) 302-3610
E-Mail: presse.meyer@uni-saarland.de
Presse und Kommunikation
Universität des Saarlandes
Gebäude A2 3, 2. OG
Postfach 151150, 66041 Saarbrücken
Tel.: 0681/302-2601
Fax: 0681/302-2609
E-Mail: presse@univw.uni-saarland.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.african-german-staph.net
http://www.uni-saarland.de/nc/aktuelles/presse.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: CEBIT 2018: DFKI präsentiert innovatives Exoskelett für die robotergestützte Rehabilitation

Robotische Systeme spielen für die medizinische Rehabilitation eine immer größere Rolle. Auf der CEBIT-Expo vom 12. bis 15. Juni 2018 in Hannover‎ stellt das Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 27, Stand F62, das Projekt Recupera REHA vor. Darin gelang dem von Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Kirchner geleiteten DFKI-Forschungsbereich ein Durchbruch auf dem Gebiet der Rehabilitationsrobotik: Gemeinsam mit der rehaworks GmbH entwickelte es ein mobiles Exoskelett für die Oberkörperassistenz speziell zur robotergestützten Therapie nach einem Schlaganfall.

Über drei Jahre arbeitete ein interdisziplinäres Forscherteam des DFKI an einem tragbaren Ganzkörper-Exoskelett, das der äußeren Unterstützung des menschlichen...

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. COMPAMED Frühjahrsforum: Innovative Herstellungsverfahren moderner Implantate

28.05.2018 | Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

CEBIT 2018: DFKI präsentiert innovatives Exoskelett für die robotergestützte Rehabilitation

28.05.2018 | CeBIT 2017

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge

28.05.2018 | Wirtschaft Finanzen

Elektrifizierendes Bettgeflüster von Messerfischen in freier Wildbahn belauscht

28.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics