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Dermatologie: Therapie am größten Immunorgan des Menschen

20.09.2011
„Aus der Dermatologie kommen heute wichtige Konzepte zur Behandlung schwerer Krebs- und Entzündungskrankheiten, die auch für andere medizinische Teilgebiete entscheidende Fortschritte bringen. Dazu hat nicht zuletzt die hochkarätige und international anerkannte Forschungstätigkeit an deutschen Kliniken für Dermatologie maßgeblich beigetragen!”

Das erklärte Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas A. Luger vom Klinikum der Universität Münster zu Beginn des Workshops „Dermatologie ist mehr als 'Hautsache'” am 20. September in Berlin. Veranstalter der von Luger geleiteten Veranstaltung zu Stand und Perspektiven der Dermatologie ist die Paul-Martini-Stiftung, Berlin.

Die Haut ist nicht nur der bekannte „Spiegel der Seele”, sie kann auch zum Spiegel für Krankheits- und Heilungsprozesse werden. So lässt sich an keiner anderen Entzündungskrankheit – wie Gelenkrheuma oder Multiple Sklerose – einfacher als an Schuppenflechte studieren, wie Krankheits- oder Heilungsprozesse voranschreiten. Wie sich das für die rationale und effiziente Entwicklung neuer Medikamente nutzen lässt, wird auf dem Workshop diskutiert.

Als wegweisend für die moderne Dermatologie hat sich insbesondere die immunologische Grundlagenforschung erwiesen. Die erkennt in der Haut nicht nur das größte, sondern auch mit das wichtigste Organ des Immunsystems. So sind Immunzellen der Haut oft die ersten, die eindringende Erreger erkennen und andere Komponenten der körpereigenen Abwehr aktivieren. Neue Ansätze zur Behandlung von Hautkrebs – die im Workshop angesprochen wurden – setzen darauf, die Immunabwehr der Haut durch gezielte Stimulation in die Tumorbekämpfung einzubeziehen.

Die Kehrseite der extensiven Abwehr"infrastruktur" der Haut ist ihre bekannte Anfälligkeit für Immunstörungen wie Allergien und Autoimmunerkrankungen wie die Schuppenflechte. Neue Immunmodulatoren konnten hier in den letzten Jahren vielen Patienten Linderung bringen, doch besteht weiter Bedarf für Innovationen. Im Workshop werden Ansätze dafür diskutiert.

Die Paul-Martini-Stiftung
Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung, Berlin, fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden Pharma-industrie, anderen Forschungseinrichtungen und Vertretern der Gesundheitspolitik und der Behörden. Träger der Stiftung ist der vfa, Berlin, der als Verband derzeit 45 forschende Pharma-Unternehmen vertritt.

Dr. Rolf Hömke | idw
Weitere Informationen:
http://www.paul-martini-stiftung.de/

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