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Das Gehirn ordnet Wörter im Schlaf in Kategorien ein

06.10.2014

Französische Forscher haben bewiesen, dass ein Mensch im Schlaf Worte nicht nur hören kann, sondern sie auch versteht und angemessen darauf reagiert.

Für ihre Untersuchungen nutzten die Wissenschaftler die Elektroenzephalographie (EEG), die Aufschluss über die Hirnstromaktivitäten des Menschen gibt. Sie konnten beobachten, dass ein Schlafender Wörter hört, und dass daraufhin in seinem Gehirn ein bestimmter Bereich des motorischen Kortex aktiviert wird.

Bezieht sich das Wort auf ein Tier, wird die rechte Hand aktiv, bezieht es sich auf ein Objekt, zeigt das EEG, dass der Teil aktiviert wird, der die Bewegungen der linken Hand kontrolliert. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Gehirn auch während des Schlafes seine Umgebung interpretiert und analysiert und sich nicht allein auf das Hören beschränkt. 

Sid Kouider, einer der Co-Autoren der Studie (Labor für Psycholinguistik und Kognitionswissenschaften, CNRS / EHESS / DEC-ENS, Paris) erklärte, dass den Versuchspersonen zunächst im Wachzustand Wörter vorgespielt wurden, bei denen sie für ein Objekt den Knopf in ihrer linken und für Tiere den in ihrer rechten Hand drücken sollten.

Auf diese Weise sollte die Reaktion automatisiert werden. Während des Versuchs wurden die Hirnströme (EEG) der Versuchspersonen gemessen, um so die jeweils typischen Aktivierungsmuster des Gehirns aufzuzeichnen. In der zweiten Phase des Experiments, die während der Dunkelheit stattfand, schliefen die Probanden ein. 

Die Forscher spielten ihnen neue Wörter (für Tiere oder Objekte) vor. Mit Hilfe des EEG wurde weiterhin ihre Gehirnaktivität gemessen und das LRP (Lateralisiertes Bereitschaftspotential) aufgezeichnet. Die Forscher konnten beobachten, dass das EEG dieselben Aktivierungsmuster wie im Wachzustand verzeichnete und dass die Signale aus den Hirnregionen kamen, die die Muskelbewegungen vorbereiten, noch bevor sie wirklich ausgeführt werden.

Damit konnte zum ersten Mal nachgewiesen werden, dass das Gehirn auch im unbewussten Zustand in der Lage ist, Wahrnehmungen auf höchster Ebene zu analysieren. Die Probanden lösten die Aufgabe also im Schlaf, nur etwas langsamer. Nur nicht automatisierte Aufgaben würden das Gehirn im schlafenden Zustand komplett überfordern, sagte Sid Kouider. 

Lernen wir also wirklich im Schlaf? Die Versuche konnten diese Frage zwar nicht eindeutig klären, haben aber aufgezeigt, dass das schlafende Gehirn nicht nur seine Umgebung wahrnimmt, sondern darüber hinaus auch in der Lage ist, relevante Informationen aus den Signalen zu extrahieren. 

Quelle: “Pendant le sommeil, le cerveau travaille très bien !” – 12.09.2014 – http://www.futura-sciences.com/magazines/sante/infos/actu/d/sommeil-pendant-sommeil-cerveau-travaille-tres-bien-55235/ 

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 276 vom 01. Oktober 2014)

Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Louis Thiebault | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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