Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

COPD-Diagnose häufig falsch

26.07.2011
Bei vielen Patienten mit Herzschwäche wird zusätzlich eine chronische Verengung der Atemwege festgestellt, eine COPD. Allerdings trifft diese Diagnose häufig nicht zu, wie die Ärztin Susanne Brenner vom Universitätsklinikum Würzburg nachgewiesen hat.

Für ihre Studie bekam sie einen mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis verliehen.

Die Herzschwäche und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) treten häufig bei älteren Menschen auf. Ihr gemeinsamer Risikofaktor ist das Rauchen, ihr gemeinsames Leitsymptom die Atemnot.

„Weil beide Erkrankungen gegensätzliche Therapiekonzepte erfordern, ist die korrekte Diagnose einer COPD als zusätzliche Erkrankung bei Herzschwächepatienten besonders wichtig“, sagt Susanne Brenner. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt: Die Standardtherapie einer COPD kann eine Herzschwäche negativ beeinflussen und Beschwerden verstärken.

Studie mit 630 Patienten

In einer Studie am Würzburger Uniklinikum wurde bei 630 Patienten mit chronischer Herzschwäche ermittelt, ob auch eine COPD-Diagnose vorliegt. Bei allen Patienten wurde schließlich die Lungenfunktion ambulant und bei 277 von ihnen zusätzlich während eines Krankenhausaufenthaltes untersucht. Dabei wurde bei fast 70 Prozent der Fälle eine vorliegende COPD-Diagnose nicht bestätigt.

Akut herzschwache Patienten, die wegen Wasseransammlungen im Gewebe und in der Lunge im Krankenhaus waren, litten zwar oft an einer Atemwegsverengung wie bei der COPD. „Die Verengung verschwand aber durch entwässernde Medikamente in der Hälfte aller Fälle wieder“, so Susanne Brenner.

Ihr Fazit: „Die Atemwegsverengung ist häufig ein vorübergehendes Begleitphänomen der Herzschwäche, ohne dass eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung vorliegt. Zur korrekten Diagnose einer COPD bei Herzschwäche sind darum, nach einer ausreichenden Entwässerungstherapie, wiederholte und spezielle Lungenfunktionsprüfungen erforderlich.“

Ausgezeichnet von der Deutschen Herzstiftung

Weil die Arbeit von Susanne Brenner die Diagnostik bei Herzschwäche verbessern hilft, wurde sie von der Deutschen Herzstiftung mit dem Wilhelm-P.-Winterstein-Preis 2011 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert; die gleiche Summe erhielt als weiterer Preisträger Sebastian J. Buß vom Universitätsklinikum Heidelberg.

„Beide Forschungsarbeiten zeichnen sich durch einen direkten klinischen Bezug aus. Sie liefern Erkenntnisse, die wichtig für die richtige Behandlung schwerwiegender und seltener Herzerkrankungen sind“, so Professor Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Verleihung der Preise im Juni in Frankfurt am Main.

Der Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung wird jedes Jahr für eine wissenschaftlich herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen vergeben, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich. Wilhelm P. Winterstein und seine Frau Ursula sind seit mehr als zehn Jahren Stifter dieses Wissenschaftspreises.

Kontakt

Dr. Susanne Brenner, Medizinische Klinik I, Abteilung Kardiologie, Universität Würzburg, T (0931) 201-39742, brenner_s@klinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung