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Der chronischen Graft-versus-Host-Krankheit auf der Spur

02.02.2009
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert ein an der Universität Regensburg durchgeführtes Forschungsvorhaben zur Untersuchung der immunologischen Ursachen und Folgen der chronischen Graft-versus-Host-Krankheit (GVHD).

Die Projektleitung erfolgt durch Herrn PD Dr. Daniel Wolff und Herrn Prof. Dr. Ernst Holler von der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie der Universität Regensburg. Im letzten Jahr wurde in dieser Abteilung bereits ein von der José Carreras Stiftung gefördertes GVHD-Kompetenz-Zentrum gegründet.

Allogene hämatopoetische Stammzelltransplantationen (HSZT) sind bedingt durch immunologische Komplikationen, insbesondere der chronischen GVHD, mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität assoziiert. Letztere ist aktuell das größte Risiko der allogenen HSZT, ca. 15% aller transplantieren Patienten versterben in Folge der chronischen GVHD und weitere 25% erleiden teilweise eine signifikante Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Leider ist bisher das Wissen zu den Ursachen der chronischen GVHD limitiert. Die chronische GVHD weist eine erhebliche Variabilität bezüglich des klinischen Bildes und der Prognose auf. Dies ist ein Hinweis, dass sich unter der Diagnose "chronische GVHD" unterschiedliche Krankheitsentitäten verbergen. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung von Patienten mit chronischen GVHD bezüglich des Immunstatus (B- und T-Zell-Subpopulationen und Dendritischen Zellen) um die teilweise unterschiedlichen Krankheitsbilder und -verläufe besser immunologisch zu charakterisieren. Dabei erfolgt im Gegensatz zu früheren Studien eine longitudinale Untersuchung der Patienten - die Messungen werden bereits vor der Transplantation begonnen und erfolgen im weiteren Verlauf zu festgelegten Zeitpunkten.

Damit besteht die Chance, bereits vor dem Auftreten der chronischen GVHD typische Veränderungen von Immunzellen zu erkennen und damit die Ursachen der chronischen GVHD besser zu verstehen. Zusätzlich soll der Zusammenhang des Immunstatus sowie Polymorphismen des angeborenen Immunsystems (TLR / NOD System) mit der Immunantwort nach Impfungen nach allogener HSZT untersucht werden. Dabei soll u.a. die funktionelle Kapazität des Immunsystems nach Transplantation untersucht werden, einen Impfschutz trotz chronischer GVHD aufzubauen. Die Leiter des Forschungsvorhabens hoffen durch diese Untersuchungen nicht nur die Ursachen der chronischen GVHD besser zu verstehen sondern auch Strategien zu Verhinderung dieser nicht selten schweren Komplikation zu entwickeln. Zusätzlich sollen die Untersuchungen dazu beitragen, Empfehlungen zur Impfung von Patienten mit chronischer GVHD zu entwickeln.

Kontakt: PD Dr. med. Daniel Wolff , Klinikum der Universität Regensburg, Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie, Franz-Josef-Strauß Allee 11, 93053 Regensburg, Tel: 0941 / 944-5531 Fax: 0941 / 944-5543 e-mail: daniel.wolff@klinik.uni-regensburg.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 100.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.sanst.de

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