Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CARDIO-PREVENT – Greifswalder Spitzenforschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

01.12.2010
Mit dem Forschungsprojekt CARDIO-PREVENT werden die Universität und das Universitätsklinikum Greifswald ihre Kompetenz in das zukünftigen Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) einbringen. Greifswald wurde in einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von einer internationalen Expertenjury als einer von sieben Partnerstandorten ausgewählt.

In der Endausbaustufe wird das gesamte DZHK mit über 40 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Das Zentrum für Herz-Kreislaufforschung soll die leistungsfähigsten deutschen Einrichtungen für langfristige naturwissenschaftliche und klinische Forschung zusammenführen, um Ergebnisse der Grundlagenforschung rasch in die Prävention, Diagnose und Therapie zu überführen.

Das Greifswalder Projekt CARDIO-PREVENT (Cardiovascular Event Prevention Research Centre Greifswald) zielt auf die Verhinderung von Herz-Kreislauferkrankungen. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll untersucht werden, wie sich Änderungen der Lebensgewohnheiten, wie zum Beispiel Ernährung und körperliche Aktivität, in der Normalbevölkerung und bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Herzmuskelschwäche auswirken. Dabei kann auf die langjährige Expertise in der Community Medicine, in der SHIP-Studie und im Gani_Med-Projekt zurückgegriffen werden.

„Aus Untersuchungen wie der SHIP-Studie wissen wir, dass es in Bevölkerung Vorpommerns ein hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen gibt. Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck und Übergewicht. Es ist belegt, dass die Region bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel bei Herzinfarkt eine Spitzenposition einnimmt. Vorpommern eignet sich daher besonders für Präventionsstudien. Ziel des Projektes ist es, die Krankheitshäufigkeit dieser Risikofaktoren zu senken und die Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen zu verhindern“, so Prof. Dr. Stephan Felix.

Durch Bevölkerungsstudien wie SHIP, GANI_MED und EARLINT wurde in Greifswald bereits eine hervorragende Basis für das Forschungsvorhaben geschaffen. Mit CARDIO-PREVENT sollen neue Methoden zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt und überprüft werden, die die individuelle Situation des Patienten berücksichtigt. Ziel ist es, die Entwicklung von Organschäden zu verhindern, eine Rückbildung von bereits entstandenen Organschäden zu erreichen und die Zahl klinischer Ereignisse zu reduzieren.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden eine Bevölkerungsstudie und eine Patientenstudie durchgeführt. Die erste Studie wird bei einer Kohorte von Frauen und Männern durchgeführt, die noch nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden aber Träger von Risikofaktoren sind. In die zweite Studie werden Patienten eingeschlossen, die zum Beispiel bereits einen Herzinfarkt hatten oder an einer Herzmuskelschwäche leiden.

Für CARDIO-PREVENT werden umfangreiche Daten erhoben. So werden unter anderem ein Herz-MRT und Ultraschalluntersuchungen von Herz und Gefäßen durchgeführt. Es wird eine Biobank für Proben aus Vollblut, Blutplasma, Speichel und Urin eingerichtet. Die Proben werden mit modernen molekularbiologischen Methoden umfassend charakterisiert. Zusätzlich wird ein Register für Herz-Keislauf-Erkrankungen angelegt. Im nächsten Schritt soll eine Änderung des Lebensstils erreicht werden. Im Fokus stehen Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen und Alkoholgenuss. Die Teilnehmer der Untersuchungen sollen dabei zu einer Änderung ihrer Lebensweise motiviert und im weiteren Verlauf überwacht werden.

Die Universität Greifswald und das Universitätsklinikum Greifswald haben sich gemeinsam an einem Wettbewerb das BMBF beteiligt. In diesem Wettbewerb waren insgesamt vier Themen in der Gesundheitsforschung ausgeschrieben. Die Bundesregierung möchte die rasch zunehmenden Volkskrankheiten wirksamer bekämpfen können. Dem soll der Aufbau Deutscher Zentren der Gesundheitsforschung, in der außeruniversitäre und universitäre Forschungseinrichtungen als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten, dienen.

Greifswald hat sich als Standort für das ausgeschriebene Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) beworben. Das DZHK hat zum Ziel, die kardiovaskuläre Forschung der ausgewählten Exzellenzzentren zu vernetzen.

Folgende Einrichtungen der Medizinischen Fakultät, haben beim BMBF einen Antrag für das DZHK gestellt: Die Klinik für Innere Medizin B, Kardiologie (Sprecher des Greifswalder Verbundes: Prof. Stephan. Felix), das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin (stellvertretender Sprecher: Prof. Ulrich John), das Institut für Community Medicine (Prof. Henry Völzke [Abteilung SHIP/KEF]; Prof. Wolfgang Hoffmann [Abteilung Versorgungsepidemiologie]), das Interfakultäre Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung (Prof. Uwe Völker), das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (Prof. M. Nauck).

Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Dr. Stephan Felix
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
Friedrich-Loeffler-Straße 23a, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-6656
Telefax 03834 86-6657
InnereB@uni-greifswald.de
Prof.Dr. Ulrich John
Leitung , Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Rathenaustr. 48, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-7700
ujohn@uni-greifswald.de
Prof.Dr. Henry Völzke
Abteilung SHIP/KEF
Institut für Community Medicine
Rathenaustr. 48, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-7707
voelzke@uni-greifswald.de
Prof.Dr. Wolfgang Hoffmann
Institut für Community Medicine
Ellernholzstr. 1-2, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7751
wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
Prof.Dr. Uwe Völker
Abteilung Funktionelle Genomforschung
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
F.-L.-Jahn-Str. 15a, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-5870
voelker@uni-greifswald.de
Prof.Dr. Matthias Nauck
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Sauerbruchstr. , 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-5500
matthias.nauck@uni-greifswald.de
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-greifswald.de/inn_b/
- Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
http://www.medizin.uni-greifswald.de/epidem/forschung/intervention/earlint.html
- EARLINT
http://www.medizin.uni-greifswald.de/cm/fv/ship.html
- SHIP
http:///www.medizin.uni-greifswald.de/forschung/gani_med/projekt.html
- GANI_MED

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften