Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cannabis-Konsum steigert Risiko für eine Schizophrenie-Erkrankung

12.08.2008
Symposium in Göttingen: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Cannabis und Schizophrenie

Mindestens jeder dritte Mensch in Europa hat nach wissenschaftlichen Schätzungen grundsätzlich die genetische Disposition für eine Schizophrenie-Erkrankung. Diese kann dann ausbrechen, wenn bestimmte Faktoren wie Trauma, Stress und lebensbelastende Umstände zusammentreffen.

Das Risiko für den Ausbruch einer schizophrenen Psychose steigt dabei erheblich mit dem Konsum von Cannabis, betont Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich vom Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin.

Die Wissenschaftlerin hat mit Göttinger Kollegen ein Treffen international führender Schizophrenie-Forscher initiiert. Das diesjährige Symposium zum Thema "Schizophrenie und Cannabis" findet am 19. September 2008 statt. Dazu lädt die "Göttingen Research Association for Schizophrenia" (GRAS) mit Unterstützung der Georg-August-Universität und des DFG Forschungszentrums für Molekularphysiologie des Gehirns ein.

Im Mittelpunkt des Symposiums stehen experimentelle und epidemiologische Studien, die aus Sicht der Grundlagenwissenschaften ebenso wie unter klinischen Gesichtspunkten den Zusammenhang von Cannabis und Schizophrenie untersuchen. Dabei geht es auch um mögliche therapeutische Wirkungen von ausgewählten Canabinoiden.

Können sie unter bestimmten Umständen sogar dazu beitragen, den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen und die Symptomatik zu dämpfen? Zum Auftakt der Veranstaltung präsentieren Grundlagenforscher neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Bedeutung körpereigener Cannabinoide: Als "Modulatoren des Gedächtnisses" haben diese vom Körper selbst produzierten Stoffe beispielsweise Auswirkungen auf kognitive Leistungen wie das Einprägen von Lerninhalten oder das "Aussortieren" von Informationen, die nicht abgespeichert werden sollen. Zu dem Symposium werden nach Angaben von Prof. Ehrenreich rund 200 Teilnehmer erwartet. Es schließt mit einer Diskussionsrunde, in der die aktuellen Forschungsergebnisse kritisch erörtert werden.

An die Öffentlichkeit wendet sich eine Veranstaltung, die im Vorfeld des Expertentreffens am 18. September stattfindet. Zu Gast sind Hans Weingartner, Regisseur des Kinofilms "Das weiße Rauschen", und Prof. Dr. Dr. Hinderk M. Emrich von der Medizinischen Hochschule Hannover, der als Psychiater und als wissenschaftlicher Berater die Filmproduktion betreut hat. Sie berichten über die Arbeit an dem Film, der sich mit der Erkrankung an einer schizophrenen Psychose auseinandersetzt und den Zusammenhang von Drogen und Schizophrenie thematisiert. Informationen im Internet können unter der Adresse http://www.gras.em.mpg.de abgerufen werden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich, Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin
Division Klinische Neurowissenschaften, Hermann-Rein-Straße 3, 37075 Göttingen
Telefon (0551) 3899-628, e-mail: ehrenreich@em.mpg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gras.em.mpg.de
http://www.em.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie