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Bypass-OP: Künstliche Blutgefäße ein Jahr lagerbar

03.02.2011
Wartezeit für die Herstellung der Implantate fällt weg

US-Wissenschaftler wollen in Zukunft Blutgefäße für Bypass-Operationen selbst herstellen. Die Forschung an Pavianen und Hunden legt nahe, dass diese künstlichen Blutgefäße bis zu einem Jahr lagerbar und bei jedem Patienten einsetzbar sind, berichten die Forscher in Science Translational Medicine.

Künstliches Röhrengerüst

Das Biotech-Unternehmen Humacyte, Wissenschaftler der Brody School of Medicine und des Duke University Medical Centre stellten dazu ein künstliches röhrenförmiges Gerüst her und fügten menschliche glatte Muskelzellen hinzu. Wachsen die Zellen, bilden sie aus Collagen ihre eigene Struktur und das Ausgangsmaterial wird abgebaut. Chemische Reinigungsmittel sollen die Zellen abtöten, damit die verbleibende Collagen-Röhre implantiert werden kann, ohne eine Immunreaktion auszulösen.

Diese Röhren können mindestens zwölf Monate lang gelagert werden. Als sie Pavianen eingesetzt wurden, blieb der normale Blutfluss auch nach einem sechsmonatigen Test erhalten. Die Kombination von Lagerungsmöglichkeit und allgemeiner Einsetzbarkeit hat die Wissenschaftler überzeugt. Dazu kommt noch, dass die Wartezeit für die Herstellung der Implantate wegfällt. Laura Niklason, Mitbegründerin von Humacyte, erklärte gegenüber der BBC, dass es so gelungen sei, die regenerative Medizin auf den nächsten Level zu bringen.

Erste Tests 2012

Für das neue Verfahren könnte es laut Niklason auch noch andere Anwendungsgebiete geben. Denkbar seien Haut, Bänder, Knorpel und andere einfache Gewebe, bei denen die Struktur für die Funktion entscheidend ist. Die Wissenschaftler hoffen, dass erste Tests der künstlichen Blutgefäße mit Patienten nächstes Jahr beginnen können. In Großbritannien sind koronare Herzerkrankungen die häufigste Todesursache. Jährlich werden 28.000 Bypass-Operationen durchgeführt.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://stm.sciencemag.org
http://www.humacyte.com

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