Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs gezielt bestrahlen - schon während der Operation

29.10.2008
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland erkranken jährlich über 57.000 Frauen.

Bei der Behandlung kam eine Strahlentherapie bislang immer nach der brusterhaltenden Operation zum Einsatz. Eine neue Methode erlaubt es Ärzten nun, einen Teil der Bestrahlung bereits während der Operation punktgenau zu verabreichen.

Sobald der Chirurg den Tumor entfernt hat, werden die Strahlen direkt auf die Wundhöhle gerichtet. Ziel ist es, eventuell verbliebene Tumorzellen sofort unschädlich zu machen.

"An der Stelle, an der ein Brusttumor entfernt wurde, bilden sich bis 90 Prozent aller Rezidive. Deshalb ist es sinnvoll, dieses Hochrisikogebiet sofort, hochdosiert und gezielt zu bestrahlen", berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Mannheim.

Hierzu führen die Ärzte einen kugelförmigen, bis zu fünf Zentimeter großen Strahlenkopf direkt in die Wundhöhle ein. Dieser erlaubt eine punktgenaue Bestrahlung: Am Zielort ist die Strahlendosis sehr hoch, zur Umgebung hin fällt sie steil ab. Umliegendes Gewebe bleibt verschont. "Die bisherigen Studienergebnisse sind sehr vielversprechend: Nach fünf Jahren bildeten sich bei weniger als zwei Prozent der Patientinnen neue Tumore in der operierten Brust", berichtet Wenz.

Geeignet ist das IORT-Verfahren (intraoperative Radiotherapie) vor allem für ältere Patientinnen mit kleinen und wenig aggressiven Tumoren. Hier kann die neue Methode die herkömmliche Strahlentherapie von außen möglicherweise komplett ersetzen. Dies wird jedoch derzeit noch in einer klinischen Studie überprüft, die unter anderem in Mannheim, München, Berlin, Frankfurt und Homburg/Saar durchgeführt wird. In den meisten Fällen kommt nach Operation und IORT noch eine Bestrahlung der gesamten Brust von außen zum Einsatz. "Die Dauer dieser ambulanten Strahlentherapie verkürzt sich durch die vorherige IORT um etwa zwei Wochen. Auch dies ist für unsere Patientinnen natürlich ein Vorteil", berichtet Wenz, der das Verfahren und den Stand der Forschung auch auf der 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart vorstellen wird.

Terminhinweis:
Kongresssitzung im Rahmen der 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie: "Intraoperative Strahlentherapie", 31. Oktober 2008, 16.30 bis 18.00 Uhr, ICS Internationales Congresscenter Stuttgart, Raum C 1.1.2, Messepiazza, 70629 Stuttgart

Pressekontakt für Rückfragen:

Silke Stark / Silke Jakobi
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.degro.org

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Brustkrebs IORT RadioOnkologie Senologie Strahlentherapie Wundhöhle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten