Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs: Fünf genetische Hinweise entdeckt

10.05.2010
Insgesamt 18 genetische Variationen bisher identifiziert

Fünf genetische Hinweise darauf, warum bei manchen Frauen Brustkrebs in der Familie auftritt, haben Wissenschaftler der University of Cambridge identifiziert. Damit steigt die Anzahl der verbreiteten genetischen Variationen, die mit einem gering erhöhten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang stehen auf insgesamt 18. Die in Nature Genetics veröffentlichte Studie spricht sich für eine gezielte Untersuchung und Behandlung von Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko aus.

Es wird angenommen, dass eine von 20 Brustkrebserkrankungen auf vererbte Fehler bei bekannten Genen zurückzuführen ist. In Großbritannien ist Brustkrebs die am meisten verbreitete Krebsform. Jedes Jahr wird er bei mehr als 45.000 Frauen diagnostiziert. Der genaue Grund für die Erkrankung ist bis heute nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass Vererbung, Umwelt und Lebensstil eine Rolle spielen können.

4.000 Patientinnen untersucht

Für das bisher größte Projekt dieser Art untersuchten die Wissenschaftler den gesamten genetischen Code von rund 4.000 britischen Patientinnen, in deren Familien es bereits Brustkrebserkrankungen gegeben hatte. In einem nächsten Schritt wurde die DNA von weiteren 24.000 Frauen mit und ohne Brustkrebs untersucht.

Das Team um Douglas Easton fand fünf Bereiche im menschlichen Genom, die in Zusammenhang mit Brustkrebs stehen. Weitere 13 derartige Bereiche wurden bereits in der Vergangenheit identifiziert. Bekannte Risikofaktoren sind auch die Gene BRCA1 und BRCA2.

Easton erklärte gegenüber der BBC, dass sich die Wissenschaftler sicher seien, dass diese genetischen Variationen mit dem Krebsrisiko in Zusammenhang stehen. Das seien zwar noch nicht alle, sie trügen aber dazu bei, dass eines Tages das Risiko über ein genetisches Profil ermittelt werden könne. Das Wissen über die Entstehung der Krankheit und damit auch ihre Biologie vertiefe sich durch diese Forschungsergebnisse.

Betroffene Frauen werden bereits früh auf Anzeichen von Tumoren hin untersucht. Gibt es eine nahe Verwandte mit Brustkrebs werden auch genetische Tests durchgeführt. Tests für diese 18 genetischen Veränderungen, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht werden, werden derzeit nicht gemacht. Sie werden für rund acht Prozent der vererbten Brustkrebserkrankungen verantwortlich gemacht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk
http://www.nature.com/ng

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Brustkrebserkrankung DNA Genetischer Code Variation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit

Viren unterstützen Fotosynthese bei Bakterien – Vorteil in der Evolution?

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Katalyse in der Maus

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie