Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF-Verbundprojekt zur effektiveren Blutreinigung für chronisch nierenkranke Patienten gestartet

22.02.2012
Erforschung einer neuen Generation von Dialysemembranen

Bei vollständigem Ausfall der Nierenfunktion kann das Überleben heute durch den langfristigen Einsatz von Blutreinigungsverfahren (Hämodialyse) gesichert werden. Doch erreicht das technische Verfahren bisher nicht die Leistungsfähigkeit gesunder Nieren.

Eine Folgeerscheinung ist eine dauerhafte Entzündungsreaktion im Körper der Betroffenen aus der oft eine Abwehrschwäche gegen Krankheitserreger sowie rasch fortschreitende Veränderungen der Blutgefäße resultieren. Die Hallenser Forscher Prof. Dr. Matthias Girndt (Universitätsklinik für Innere Medizin II) und Prof. Dr. Marcus Glomb (Institut für Lebensmittelchemie) sind maßgeblich an einem überregionalen Forschungsprojekt beteiligt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme Funktionale Einwegsysteme für die Medizin und Bioproduktion - BioMatVital: BioDisposables mit insgesamt 2,1 Millionen Euro gefördert wird (Förderkennzeichen 13N11798). Ziel ist die Erforschung einer neuen Generation von Dialysemembranen.

Der in diesem Projekt verfolgte Therapieansatz beruht auf der Erforschung neuartiger Werkstoffe, die hochselektive Dialysemembranen ermöglichen. Die wirkungsvolle Entfernung von entzündungsauslösenden Stoffen wird so möglich. Gleichzeitig bleibt eine effektive Barriere für notwendige Blutbestandteile erhalten. Im Rahmen des Projektes sollen innovative Ansätze zur Gewinnung derartiger hochselektiver, biokompatibler Hohlfasermembranen untersucht werden.

Labortests und klinische Untersuchungen sollen die Effekte der neuartigen Dialysemembranen auf die Zusammensetzung und auf die Funktionen unterschiedlicher Blutbestandteile erforschen. Dabei werden die Einflüsse von toxischen und entzündungsfördernden Stoffen auf die Immunabwehrzellen bestimmt. Ferner werden chemisch modifizierte Eiweiße des Blutplasmas analysiert, die durch Reaktion mit Zuckerstrukturen entstehen. Diese können mit der Alterung von Geweben und Organen assoziiert werden. Ihre Ausscheidung ist bei Nierenkranken gestört. Die neuen Dialysemembranen können dazu beitragen, das Blut von derartig veränderten Stoffen zu befreien.

Über die zu erwartenden verbesserten Therapieergebnisse hinaus sollen die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse auch zur Etablierung neuer diagnostischer Testsysteme genutzt werden. Neben der Besserung der Krankheit beim einzelnen Patienten stellen verbesserte therapeutische Ansätze zur Behandlung von Dialysepatienten ein enormes Einsparpotential für das Gesundheitssystem dar. Dies ergibt sich aus einer Senkung der Rate an Begleitkomplikationen und der damit verbundenen Folgekosten.

Jens Müller
Stabsstelle Presse- und Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie