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BMBF fördert Forschungsprojekt zur Telemedizin

10.11.2010
Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, da es in der jetzigen Form langfristig nicht tragfähig ist.

Demographischer Wandel und kontinuierlicher Anstieg der Kosten sind nur zwei von vielen Gründen, die die Produktivitätsbetrachtung von Dienstleistungen unabdingbar machen. Dies gilt in besonderem Maße für die stetig wachsende Zahl telemedizinischer Dienstleistungen, wie etwa Tele-Kardiologie.

Aus diesem Grund fördert und finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ab sofort das Verbundprojekt „EDiMed - Effizienzbewertung von Dienstleistungskonfigurationen in der Telemedizin".

Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, wie telemedizinische Dienstleistungen neue Technologien nutzen, um Patienten und deren gesundheitliche Lage unter anderem zu Hause abfragen zu können. Somit ist es im Notfall möglich, schnell reagieren zu können. Bei der Telekardiologie etwa werden die Daten von Patienten mit besonders ausgerüsteten Herzschrittmachern automatisch an Ärzte übermittelt. So kann die Herzaktivität kontinuierlich überprüft werden (Telemonitoring).

Dies hat zwei große Vorteile: In Zeiten, in denen der Patient beschwerdefrei ist, können bisher benötigte Kontroll-Arzttermine vermieden werden. Außerdem bietet die neue Technologie die Möglichkeit, alarmierende Daten in Echtzeit zu erkennen und somit schnell einzugreifen. Bei dem Notfallmanagement auf Knopfdruck - TeleCare wird man auf Knopfdruck (z. B. mit einem speziellen Handy) direkt mit einer Notfall-Hotline verbunden. Dies kann sogar noch erweitert werden, indem der Patient Sensoren trägt, die Stürze erkennen und automatisch eine Verbindung zur Hotline herstellen und den Patienten lokalisieren.

Wichtig wird in Zukunft sein, die zunehmende Zahl solcher telemedizinischer Dienstleistungen auch in Hinblick auf Ihre Produktivität beurteilen zu können. Daher wird in den kommenden dreieinhalb Jahren das Kasseler Fachgebiet Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Leimeister) dieses Projekt unter Projektträgerschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit drei Partnern aus der Georg-August-Universität Göttingen (Controlling, Prof. Dr. Möller; Medizinische Informatik, Prof. Dr. Rienhoff; Informationsmanagement, Prof. Dr. Kolbe), einem Partner aus der Universität Bielefeld (Gesundheitsökonomie, Prof. Dr. Greiner) sowie verschiedenen Praxispartnern aus allen relevanten Anspruchsgruppen durchführen.

Ziel ist es, durch intensive Betrachtung telemedizinischer Dienstleistungen ein Instrument zu schaffen, das solche Dienstleistungen in Hinblick auf Ihre Produktivität bewertbar macht, um somit Versorgungsprozesse durch Telemedizin zu verbessern. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf das Zusammenspiel von (Teil-)Automatisierung durch IT-gestützte Dienstleistungen sowie die Integration von Patienten gelegt.

Auch soll untersucht werden, wie durch die Betrachtung der Dienstleistungen aus einer Prozessperspektive, Teilprozesse so konfiguriert werden können, dass sie zu neuen, innovativen Angeboten führen, die die telemedizintypischen Potentiale von IT-Unterstützung, Kundenintegration und Automatisierung optimal nutzen. In diesem Zusammenhang werden zudem neue Geschäfts-, Betreiber-, und Service-Modelle analysiert.

Info
Prof. Dr. Jan Marco Leimeister
Universität Kassel
Wirtschaftsinformatik
Forschungszentrum IT-Gestaltung (ITeG)
Nora-Platiel-Straße 4
34127 Kassel
Tel: +49- 561-804 2880
Fax: +49-561-804 3708
E-Mail: leimeister@uni-kassel.de
http://www.inf.wirtschaft.uni-kassel.de
http://www.iteg.uni-kassel.de
Dipl.-Wirtsch.-Inf. Christoph Peters
Universität Kassel
Wirtschaftsinformatik
Forschungszentrum IT-Gestaltung (ITeG)
Nora-Platiel-Straße 4
34127 Kassel
Tel: +49- 561-804 3379
Fax: +49-561-804 3708
E-Mail: christoph.peters@uni-kassel.de
http://www.inf.wirtschaft.uni-kassel.de
http://www.iteg.uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/go/edimed

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