Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blutzuckersenker Glitazone sind wichtige therapeutische Bausteine

21.07.2009
Kassenpatienten mit Diabetes mellitus Typ 2 könnten zukünftig Blutzucker senkende Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Glitazone nicht mehr auf Rezept erhalten.

Die Wirkstoffe Pioglitazon und Rosiglitazon können jedoch für Patienten unverzichtbar für eine optimierte Diabetes-Therapie sein. Der Diabetes-Verband diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) kritisieren deshalb in einer Stellungnahme die entsprechenden Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Der G-BA, ein Gremium aus Ärzten und Krankenkassen, bestimmt in Deutschland, welche Medikamente Krankenkassen ihren Versicherten erstatten. Der G-BA wird bei seinen Entscheidungen vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beraten.

Das IQWiG hatte im November 2008 in einem Gutachten festgestellt, dass die untersuchten Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Glitazone für einige Patienten einen belegbaren Nutzen haben können. Im gleichen Gutachten hat das IQWiG auch die bekannten schädlichen Wirkungen von Pioglitazon und Rosiglitazon dokumentiert. Dazu zählen beispielsweise Wassereinlagerungen im Gewebe, Herzschwäche und vermehrte Knochenbrüche bei Frauen. Der G-BA plant deshalb, die Verordnungsfähigkeit für die beiden Wirkstoffe aufzuheben. Kassenpatienten könnten sie dann nur noch auf Privatrezept erhalten.

Experten der DDG, ihres Pharmakotherapie-Ausschusses und von diabetesDE kritisieren diese Pläne: Trotz der bekannten Risiken seien die beiden Wirkstoffe bei bestimmten Patienten als Reservemittel - als sogenanntes Second-Line-Medikament - unverzichtbar. Abhängig vom individuellen Nutzen-Risiko-Profil des einzelnen Patienten, muss der Arzt entscheiden, ob der Einsatz der Präparate sinnvoll ist. Beschließt der G-BA, Glitazone aus der Erstattung zu nehmen, müssten sich auch Patienten auf andere Medikamente umstellen, die diese bisher gut vertragen. Sie wären dann auf alternative Therapien angewiesen, wie etwa andere Antidiabetika oder Insuline, die - wie alle wirksamen Medikamente - auch Nebenwirkungen haben. Die DDG und diabetesDE fordern deshalb, dass Patienten weiterhin auf Kassenrezept von den genannten Glitazonen profitieren können.

Im Internet:

Stellungnahme diabetesDE/DDG im Internet:
www.diabetesde.org
Beschluss des GBA
Arzneimittel-Richtlinie/ Anlage III (Einleitung eines SN-Verfahrens: Glitazone zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2)
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/836/
Gutachten IQWiG Glitazone zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2
http://www.iqwig.de/index.139.html
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle DDG
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.diabetesde.org
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik