Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomediziner Pierluigi Nicotera leitet Demenz-Forschungszentrum

19.02.2009
Schavan: "International renommierter und erfahrener Wissenschaftsmanager"

Pierluigi Nicotera wird Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn. "Ich freue mich sehr, dass wir mit Professor Nicotera einen international so renommierten und erfahrenen Forscher und Wissenschaftsmanager für diese wichtige Aufgabe gewinnen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Donnerstag in Berlin.

Das maßgeblich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Zentrum soll im Frühjahr seine Arbeit aufnehmen und vor allem neue Strategien im Kampf gegen Alzheimer und Parkinson entwickeln.

Der 52-jährige aus Italien stammende Biomediziner Pierluigi Nicotera hat seit 2001 als Leiter des Bereichs Toxikologie beim "Medical Research Council" in Leicester in Großbritannien unter anderem die Mechanismen untersucht, die zur Schädigung von Nervenzellen führen. Zuvor forschte Nicotera mehrere Jahre am Karolinska-Institut in Stockholm und leitete den Bereich Molekulare Toxikologie an der Universität Konstanz.

Das DZNE hat einen breiten Forschungsauftrag: Durch die Analyse der Krankheitsursachen soll es neue Möglichkeiten der Früherkennung und Prävention, Wege zur Entwicklung wirksamer Therapien und die besten Formen der Pflege und Versorgung aufzeigen. Ministerin Schavan hat im vergangenen Jahr den Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft mit der Konzeption des Zentrums beauftragt. Unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft wird das Zentrum nun auf Vorschlag einer Expertenkommission in diesem Frühjahr gegründet - mit dem Ziel, die deutsche Forschung auf dem Gebiet der Neurodegeneration zu bündeln und zu verstärken.

Kernelement des neuen Zentrums ist die enge fachlich-räumliche Verbindung zu bestehenden Forschungseinrichtungen wie den Hochschulen und Hochschulkliniken. Das DZNE wird deshalb außer dem Standort in Bonn auch in München, Tübingen, Rostock/Greifswald, Witten-Herdecke, Göttingen und Magdeburg präsent sein und darüber hinaus eine enge Kooperation mit bereits vorhandenen regionalen und überregionalen Partnern pflegen. Das jährliche Budget des Zentrums umfasst in der Endausbaustufe insgesamt 66 Millionen Euro. 90 Prozent davon trägt das BMBF, 10 Prozent übernehmen die beteiligten Länder.

"Immer mehr Menschen erkranken an Demenzen. Um ihnen zu helfen, brauchen wir Erfolge in der Forschung. Dazu führen wir die besten Wissenschaftler und Ärzte unter einem Dach zusammen", erläuterte Ministerin Schavan das Konzept des Zentrums. "Damit stellen wir uns einer großen gesellschaftspolitischen Herausforderung angesichts der steigenden Lebenserwartung und der demographischen Entwicklung der Bevölkerung."

Neurodegenerative Erkrankungen stellen eine extrem hohe Belastung für Betroffene und Angehörige dar und führen zu außerordentlich hohen Kosten im Gesundheitssystem. In Deutschland leiden derzeit rund eine Million Personen über 65 Jahren an den Folgen einer Demenz. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei rund 200 000 pro Jahr. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich diese Situation weiter verschärfen. Ohne neue Präventionsmaßnahmen und ohne die Entwicklung von neuen Therapieverfahren wird sich die Zahl der Demenzerkrankten auf über vier Millionen erhöhen, wovon 40 Prozent so schwer erkrankt sein werden, dass sie nur in Pflegeheimen betreut werden können. Der prognostizierte Anstieg neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson wird eine erhebliche gesundheitspolitische Herausforderung für die Zukunft sein. Bis heute existieren für diese Krankheiten jedoch noch keine kausalen Therapien und auch keine wirksame Prävention.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften