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Biobanken-Register der TMF sorgt für Transparenz und bessere Ressourcen-Nutzung

16.04.2010
Transparenz und eine bessere Nutzung von Ressourcen - das sind die vorrangigen Ziele des Nationalen Biobanken-Registers, dessen Aufbau jetzt startet. "Das Register wird dazu beitragen, die deutschen Biobanken national wie international besser sichtbar zu machen und wird die Forscher dabei unterstützen, gemeinsam Qualitätsstandards für Biobanken zu entwickeln", erläuterte Projektleiter Dr. Dr. Michael Kiehntopf vom Universitätsklinikum Jena beim 2. TMF-Jahreskongress 2010 in München.

"Die Anforderungen der personalisierten Medizin einerseits sowie andererseits die Vielfalt an unterschiedlichen Biobanken und die damit verbundenen Herausforderungen machen eine solche Übersicht über die vorhandenen Biobanken zu einem nützlichen Werkzeug", ergänzte Sebastian C. Semler, der wissenschaftliche Geschäftsführer der TMF (Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V.), unter deren Dach das Register nun aufgebaut wird. Der Aufbau des Registers wird für zunächst 18 Monate mit 256.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

"Wir begrüßen diese Initiative zum Aufbau eines Biobanken-Registers sehr und sehen dies auch als wichtige Informationsquelle für die Förderinstitutionen, um die Ressourcen für die Gesundheitsforschung künftig noch effizienter einsetzen zu können", betonte Dr. Gabriele Hausdorf vom BMBF.

Biobanken mit humanen Proben und klinischen Daten werden schon seit vielen Jahrzehnten und in ganz unterschiedlichen Institutionen gesammelt, beispielsweise in Kliniken, in Forschungsinstituten, ebenso wie in Pharma- und Biotech-Unternehmen. Die Zielsetzungen sind vielfältig: Biobanken dienen der Diagnostik, der klinischen und der epidemiologischen Forschung sowie der Grundlagenforschung. Für die moderne Medizin sind Biobanken eine sehr wertvolle Ressource. Neben den großen Biobanken, die im Rahmen öffentlich geförderter Forschungsvorhaben oder auf private Initiative hin entstanden sind, existiert eine Vielzahl kleinerer Sammlungen, die bislang nicht zentral registriert sind. Gerade diese kleinen Biobanken sind deshalb in der Regel schwer zugänglich und dadurch für die Forschung in Deutschland nur eingeschränkt nutzbar.

Das Biobanken-Register baut auf Vorarbeiten der TMF auf und wird unter http://www.biobanken.de sukzessive ausgebaut. Unter dieser Adresse existiert schon jetzt ein Web-basiertes Open-Access-Verzeichnis medizinisch relevanter Biomaterialbanken in Deutschland. Dieses Verzeichnis wird nun nach und nach ausgebaut. Das neue Nationale Biobanken-Register wird in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung stehen. "Das Biobanken-Register wird unter anderem Kontaktdaten und Kerninformationen über alle Biobanken in Deutschland enthalten, wodurch ein effektiver und strukturierter Zugang zu dieser nationalen Wissenschaftsressource möglich wird", erläuterte Semler. Parallel dazu soll ein User-Group-Portal entstehen, das eine effektive Kommunikation innerhalb der Biobanken-Community unterstützt. "Insbesondere soll das User-Group-Portal den Informations-, Erfahrungs- und Probenaustausch erleichtern, zum Qualitätsmanagement beitragen und die Vermittlung wissenschaftlicher Kooperationen fördern", so Kiehntopf.

Biobanken und IT-Infrastruktur für die medizinische Forschung waren die Schwerpunktthemen des zweiten Jahreskongresses der TMF, zu dem am 15. und 16. April 2010 rund 120 Forscher unterschiedlichster Disziplinen in München zusammengekommen waren. "Wir sehen, dass beide Themen enorm wichtige Infrastruktur-Fragen für die medizinischen Forscher darstellen, die wir gemeinsam fortentwickeln müssen. Der Austausch hier in München und in unserer kontinuierlichen Arbeit setzt Impulse, die an den einzelnen Standorten zum Tragen kommen und insgesamt den Forschungsstandort Deutschland stärken", resümierte Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch, der Vorsitzende der TMF, zum Abschluss des Kongresses.

Antje Schütt | idw
Weitere Informationen:
http://www.biobanken.de

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