Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biobank für "Septomics"

15.08.2008
Jenaer Sepsis-Forschungszentrum im Aufbau erhält zusätzlich 2,5 Millionen Euro für Laborgeräte

Das gemeinsam von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Hans-Knöll-Institut aufzubauende Zentrum für integrierte Sepsisforschung "Septomics" erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2,5 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel für strategische Investitionen.

Sie sind bestimmt für modernste zell- und molekularbiologische Laborgeräte und eine automatisierte Probenbank. Das Zentrum für Innovationskompetenz "Septomics" wird im Rahmen des BMBF-Programms "Unternehmen Region" gefördert. Ziel des Zentrums ist die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren für die Sepsis.

Die Sepsis ist eine landläufig als Blutvergiftung bezeichnete schwere Infektion des Menschen. Sie wird durch Bakterien oder Pilze ausgelöst und führt heute in mehr als der Hälfte der Fälle zum Tode. Gemeinsam mit Wissenschaftlern vom Jenaer Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - wollen Intensivmediziner und Mikrobiologen des Jenaer Universitätsklinikums sowohl die Erreger der Sepsis als auch die Reaktion des Patienten untersuchen.

"Ein wesentliches Arbeitsmittel dabei wird die Biobank sein - ein Kühlsystem, in dem wir Proben von Sepsis- oder Infektionserregern sowie Serum, Blut- und Gewebematerial von Patienten automatisiert und ohne Qualitätsverlust über Jahre aufbewahren können", sagt Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. Die Proben werden benötigt, um Infektionsmodelle aufzubauen und zu testen.

Zur Biobank gehört aber nicht nur die Tiefkühllagerung der Proben, sondern auch die Verbindung zu einer Datenbank mit den ausführlich dokumentierten Krankheitsverläufen. "Hier können wir auf Erfahrungen in früheren Probenbankprojekten bauen", so der Sepsis-Experte, "gemeinsam mit dem Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik sowie der SIRS-Lab GmbH haben wir bereits Proben und Daten von über 1000 Sepsis-Patienten gesammelt, das wird der Grundstock der Septomics-Biobank sein."

Neben dem Biobank-System umfasst das Investitionspaket hochspezialisierte Geräte zur Probenaufarbeitung und -auswertung. So bietet ein Mikrodissektions-Arbeitsplatz die Möglichkeit, einzelne Zellen oder Zellgruppen aus Gewebeproben zu entnehmen. Durch die Analyse der darin enthaltenen Nukleinsäuren oder Proteine erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse zu den molekularen Vorgängen während einer Sepsis.

Ergänzt wird das System durch zwei Microarray-Plattformen, mit denen eine automatisierte Hochdurchsatz-Analyse von DNA und RNA-Molekülen möglich wird. Auf diese Weise sollen Gene identifiziert werden, die am Verlauf und an der Abwehr einer Sepsis beteiligt sind. "Durch intelligente Verknüpfung der heute verfügbaren Technologien nähern wir uns immer weiter dem Verständnis der molekularen Vorgänge während einer solch dramatisch verlaufenden Infektion", meint Prof. Dr. Bernhard Hube, Abteilungsleiter am Hans-Knöll-Institut. Er beschäftigt sich vor allem mit "Candida albicans", einem Hefepilz, der zu den gefährlichsten Sepsiserregern zählt.

Das Septomics-Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Erforschung der Sepsis. Zwei Nachwuchsgruppen werden in enger Kooperation mit der Universität, dem Klinikum und dem Hans-Knöll-Institut mit modernster technischer Ausstattung bisher ungelöste Probleme der Sepsis bearbeiten. Sie verfolgen das ehrgeizige Ziel, bereits in wenigen Jahren die Möglichkeiten einer schnellen und spezifischen Diagnose deutlich zu verbessern und neue Wege in der Therapie zu eröffnen.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Konrad Reinhart
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Tel.: 03641 / 932 31 01
E-Mail: Konrad.Reinhart[at]med.uni-jena.de
Prof. Dr. Bernhard Hube
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut
Tel.: 03641 / 532 14 00
E-Mail: bernhard.hube[at]hki-jena.de

Uta von der Gönna | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie