Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besser sehen durch Schall

04.08.2014

RUB Forscher suchen Probanden mit Gesichtsfeldausfällen
Einsatz von Schallreizen in Sehtrainings

Ein Gesichtsfeldausfall kann die Konsequenz eines Schlaganfalles oder einer Verletzung im Gehirn sein. Betroffene können im Bereich des Gesichtsfeldausfalls Gegenstände nicht oder nur teilweise sehen. In der Vergangenheit wurden schon verschiedene Therapie- bzw. Trainingsmethoden entwickelt, um die Sehfähigkeit zu verbessern. Zuletzt hatte ein Forscherteam an der Ruhr-Uni Bochum eine Methode entwickelt, den Sehbereich mit Hilfe von gerichteten Schallreizen zu verbessern. Der Effekt hielt jedoch nur 1,5 Stunden an.

Um zu untersuchen, ob auch dauerhafte Verbesserungen möglich sind, z. B. durch die Kombination mit einem visuellen Training, suchen sie Patienten mit einem Gesichtsfeldausfall als Probanden. Interessenten erhalten unter der Nummer 0234/32-22479 weitere Informationen.

Was ist ein Gesichtsfeldausfall?

Ein Gesichtsfeldausfall, z. B. eine „homonyme Hemianopsie“, liegt dann vor, wenn Schlaganfälle oder Verletzungen den Gehirnbereich schädigen, der Informationen des Sehsinns verarbeitet. Am häufigsten betroffen ist der primäre Sehkortex. Das ist die erste Verarbeitungsstation für visuelle Reize in der Großhirnrinde. Je mehr Nervenzellen in diesem Bereich absterben, desto größer ist der erblindete Teil des Sehfeldes. In den meisten Fällen ist eine Hälfte des Sehfeldes betroffen (rechts oder links). Man spricht dann von einer Hemianopsie.

Schallreize zur Unterstützung eines Sehtrainings

In ihrer ersten Studie hatte das RUB-Forscherteam Geräusche zur Behandlung von Gesichtsfeldausfällen eingesetzt. Das heißt: Patienten hatten Geräuschen gelauscht, die aus verschiedenen Richtungen, rechts oder links, gegeben wurden. Die Forscher hatten vor und nach dieser akustischen Stimulation einen Sehtest durchgeführt. Während die Sehleistung in der intakten Sehfeldhälfte konstant blieb, steigerte sich die Anzahl an richtigen Antworten in der blinden Hälfte nach der akustischen Stimulation. Diese Verbesserung der Wahrnehmung von Patienten hielt jedoch nur 1,5 Stunden an. Aus diesem Grund möchten die RUB-Forscher ihre Untersuchung weiterführen und suchen Probanden mit homonymer Hemianopsie.

Medizinischer Einsatz der neuen Methode

Das geplante Forschungsprojekt soll der Frage nachgehen, ob die wiederholte Anwendung dieser Methode über einen längeren Zeitraum die Sehfunktion von Patienten in einem stärkeren Maße verbessern kann. Dabei wird die Wirksamkeit verschiedener Formen des Sehtrainings mit akustischer und visueller Stimulation verglichen. Das Ziel der Forscher ist, Methoden zu entwickeln, die im Sinne einer medizinischen Rehabilitation auch in heimischer Umgebung anwendbar sind.

Weitere Informationen

Leila Farnad, Abteilung für Neurophysiologie der RUB, Tel: 0234/32-22479,
leila.farnad@rub.de
PD Dr. Jörg Lewald, Fakultät für Psychologie der RUB, Tel: 0234/32-25137, joerg.lewald@rub.de

Reyhaneh Azizi | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise