Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlafmittel und Straßenverkehr

08.09.2000


... mehr zu:
»Triazolam
Am nächsten Tag nach der Einnahme von Triazolam, einem Hypnotikum, zeigen die meisten schlafgestörten Patienten keine Nachwirkungen mehr; vielmehr kann durch die Medikation ihre Leistungsfähigkeit zum Teil
gesteigert werden. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Tanja Fleermann in einer Untersuchung über veröffentlichte experimentelle Studien, die sie im Institut für Rechtsmedizin der Universität zu Köln erstellte.

Leistungssteigerung am nächsten Tag

Am nächsten Tag nach der Einnahme von Triazolam, einem Hypnotikum, zeigen die meisten schlafgestörten Patienten keine Nachwirkungen mehr; vielmehr kann durch die Medikation ihre Leistungsfähigkeit zum Teil gesteigert werden. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Tanja Fleermann in einer Untersuchung über veröffentlichte experimentelle Studien, die sie im Institut für Rechtsmedizin der Universität zu Köln erstellte.

Die einmalige Einnahme von Schlafmitteln bewirkt bei Patienten innerhalb der ersten sechs Stunden eine Einschränkung ihrer psychophysischen Leistungsfähigkeit. Sie führt damit zur Beeinträchtigung von Fähigkeiten, die zum Führen eines Kraftfahrzeugs nötig sind. Unter anderem sind davon betroffen Fähigkeiten wie z.B. Koordinationsfähigkeit, Reaktionszeit, visuelle Funktionen, psychomotorische Funktionen und Aufmerksamkeit. Im Zeitraum sechs bis sieben Stunden sind nur noch vereinzelt Einschränkungen festzustellen. Etwa sieben Stunden nach der Einnahme ist die Fahrtüchtigkeit im Allgemeinen wieder gegeben. Aus diesem Grund, so die Kölner Medizinerin, soll die Einnahme von Schlafmitteln abends in therapeutischer Dosierung erfolgen. Unter dieser Voraussetzung treten die Leistungseinschränkungen vor allem während des Schlafs auf.

Bei Patienten, die älter als sechzig sind, ist eine Verlängerung der Leistungseinschränkung zu beobachten. Aus Sicherheitsgründen sollen diese Personen erst zehn Stunden nach Einnahme von Schlafmitteln das Führen eines Fahrzeugs übernehmen. Triazolam kann nach Auffassung von Dr. Fleermann mit gutem Gewissen verordnet werden, wenn der Arzt seine Patienten auf die erhöhte Unfallgefahr und eingeschränkte Fahrtüchtigkeit innerhalb der ersten sechs bis sieben Stunden aufmerksam macht.

Triazolam ist ein Medikament, das gegen Schlafstörungen eingesetzt wird. Es ist ein kurzwirksames Medikament, so dass weniger Einschränkungen am nächsten Tag zu erwarten sind als bei langwirksamen Schlafmitteln. Die Intensität der Leistungseinschränkungen ist dosisabhängig, so dass mit um so mehr Leistungsbußen gerechnet werden muss, je höher die Dosis ist.

Die zurzeit empfohlene Dosis beträgt 0,125 bzw. 0,25mg. In ihrer Studie vergleicht Dr. Fleerman die Auswirkungen der Dosierungen von 0,25mg und 0,5mg. Für beide Dosierungen beobachtet die Kölner Medizinerin Einschränkungen innerhalb der ersten sechs Stunden nach Einnahme des Schlafmittels. Bei Einnahme der höheren Dosis beobachtet sie eine höhere Intensität der Einschränkungen, aber keine Verlängerung ihrer Dauer. In den meisten Leistungsbereichen findet eine Verdoppelung der Einschränkungen statt. Im Leistungsbereich der Koordinationsfähigkeit liegt ein Verhältnis von 33 Prozent Einschränkungen bei 0,25mg zu 60 Prozent bei 0,5mg vor.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Günter Berghaus unter der Telefonnummer 0221/478-4256, der Fax-Nummer 0221/478-4261 und unter der Email-Adresse guenter.berghaus@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html.

Für die Übersendung eines Belegexemplars waren wir Ihnen dankbar.

Gabriele Rutzen |

Weitere Berichte zu: Triazolam

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie