Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Bauten für den Infektionsschutz

04.12.2007
Das Robert Koch-Institut erhält im Rahmen einer großen Baumaßnahme neue Labor- und Bürogebäude. "Damit werden die Möglichkeiten für Forschung und Diagnostik zum Schutz der Bevölkerung vor Krankheiten deutlich verbessert", sagt Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts.

In einem ersten Bauabschnitt investiert die Bundesregierung rund 110 Millionen Euro in ein neues Labor- und Bürogebäude am Standort in der Seestraße 10 in Berlin-Wedding. In der Mitte des Neubaus wird sich ein (baulich abgeschlossenes) Hochsicherheitslabor der Kategorie BSL-4 befinden.

Die Genehmigung für Bau und Betrieb des BSL-4-Labors hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin am 30.11.2007 erteilt. Außerdem wird zu einem späteren Zeitpunkt am historischen Standort am Nordufer ein bestehendes und sanierungsbedürftiges Laborgebäude durch einen Neubau ersetzt.

Beide Standorte des RKI in Berlin-Wedding sind eng benachbart zum Universitätsklinikum Charité (Virchow-Klinikum) mit seiner Sonderisolierstation für Patienten mit schweren Infektionen und dem einzigen Lehrstuhl für Infektiologie in Deutschland. Außerdem gibt es enge Kooperationen des RKI mit allen Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Infektiologie. "Die Baumaßnahme stärkt auch den Forschungsstandort und die Entwicklung Berlins zur Gesundheitsstadt", unterstreicht Reinhard Kurth. Das RKI gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und ist die zentrale Einrichtung in Deutschland für den Gesundheitsschutz. Zu seinen Tätigkeiten gehört ein breites Spektrum experimenteller und diagnostischer Methoden. Für den Umgang mit bestimmten Krankheitserregern und entsprechenden Patientenproben ist die höchste Sicherheitsstufe für Laboratorien (BSL-4) nötig. Bislang gibt es kein Institut des Bundes mit einem solchen Labor.

... mehr zu:
»RKI »Sicherheitslabor

Bei schwer verlaufenden Erkrankungen durch zuvor unbekannte Erreger, zum Beispiel SARS, ist zumindest bei den ersten Laboruntersuchungen die höchste Sicherheitsstufe sinnvoll. In den vergangenen Jahrzehnten ist nahezu jedes Jahr ein neuer Erreger entdeckt worden, der schwere Erkrankungen des Menschen hervorruft. Aber auch für Infektionen mit bekannten lebensgefährlichen Erregern ist eine schnelle Diagnostik dringlich, um über Schutzmaßnahmen (zum Beispiel Quarantäne) und, falls Behandlungsmöglichkeiten existieren, lebensrettende Therapieschritte entscheiden zu können. Das zeigte sich zum Beispiel bei einem Patienten mit Gelbfieber (zunächst Verdacht auf Lassafieber) in Berlin 1999 oder bei einem Patienten mit Lassafieber in Münster bzw. Frankfurt 2006 sehr deutlich. Auch bei Verdacht auf einen bioterroristischen Anschlag ist eine schnelle Diagnostik (in der gebotenen Sicherheitsstufe) entscheidend.

Das Sicherheitslabor ist räumlich und organisatorisch von umgebenden Gebäuden getrennt. Das Betreten und Verlassen des Sicherheitslabors erfolgt über mehrstufige Schleusensysteme. Alle verwendeten Materialien, insbesondere Abwässer und Laborabfälle, werden inaktiviert, das bedeutet die vollständige Abtötung aller möglicherweise anhaftenden oder enthaltenen Erreger. Zu- und Abluft des Sicherheitslabors werden über ein mehrstufiges Filtersystem keimfrei gemacht. Der Zugang zum Labor ist nur besonders qualifizierten Experten in sicheren Schutzanzügen möglich. Vor dem Verlassen des Labors werden die Schutzanzüge in einer speziellen Dusche desinfiziert. Diese Maßnahmen haben sich in vergleichbaren BSL-4-Laboren über Jahrzehnte als wirksam bewährt.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
http://www.rki.de
Das Robert Koch-Institut ist
ein Bundesinstitut im
Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Golisch
Kontakt
Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030.18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: RKI Sicherheitslabor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops