Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall bei offenen Beinen

03.12.2007
Damit »neue« Haut bei einer Transplantation schnell anwächst, muss das Gewebe des Patienten gut durchblutet sein. Niederfrequenter Ultraschall kann dabei helfen. Forscher haben ein Gerät entwickelt, mit dem sich die Behandlungsfrequenzen erstmals variieren lassen.

Kleine Schrammen in der Haut können zwar unangenehm brennen, sind aber meist nach einigen Tagen wieder verheilt. Für Diabetiker kann ein kleiner Kratzer am Bein jedoch schwerwiegend sein: Oft heilt die Wunde schlecht und breitet sich über den Unterschenkel aus, man spricht auch von einem »offenen Bein«.

Die Hauptursache liegt in der schlechten Durchblutung – wenig Nährstoffe und Sauerstoff erreichen die Wunde. Häufig hilft nur die Transplantation von gesunder Haut. Damit diese gut anwächst, müssen die Ärzte die Wunde säubern und die Durchblutung des umliegenden Gewebes ankurbeln – etwa mit niederfrequentem Ultraschall. Anders als beim Ultraschall, der werdenden Eltern ihr Kind zeigt und mit Frequenzen von mehreren hundert Kilohertz arbeitet, hat dieser Ultraschall nur Frequenzen von einigen zehn Kilohertz. Geräte mit fest eingestellten Frequenzen gibt es bereits. Doch wie wirkt sich die Behandlung auf die Durchblutung aus? Bislang gründen sich die Erfahrungen vor allem auf Patientenbefragungen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz untersuchen diese Methode mit ihren Kollegen vom IMM Ingenieurbüro Mittweida und der Smart Material GmbH Dresden systematisch. Wie oft, wie lange und mit welchen Frequenzen müssen die Wunden behandelt werden, damit sie optimal für die Transplantation vorbereitet sind? »Wir haben dazu ein Gerät entwickelt, bei dem wir die Frequenzen der Ultraschallwellen in einem Bereich von 20 bis 120 Kilohertz variieren können, ebenso ist die Leistung regelbar«, sagt Dr. Gunther Naumann, Gruppenleiter am IWU. »Um die Durchblutung in den unteren Hautschichten anzuregen, brauchen wir niedrigere Frequenzen, um die oberen Schichten der Wunde zu reinigen, höhere Frequenzen.« Eine weitere Neuerung: Ein Ultraschallgerät wurde erstmals mit einem Messsystem erweitert, das mit speziellen Sonden Licht in die Wunde strahlt. Das Farbspektrum des reflektierten Lichts verrät über den Rotanteil, wie hoch die Sauerstoffkonzentration im Blut ist – was wiederum auf die Durchblutung schließen lässt. »Wir haben festgestellt, dass die Sauerstoffkonzentration nach der Behandlung für 30 Minuten ansteigt. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob bei mehrmaliger Behandlung dauerhaft ein höheres Niveau erreicht wird«, sagt Naumann. Der Prototyp des Geräts steht in der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt, wo die klinischen Untersuchungen durchgeführt werden. Zehn Patienten sind bereits behandelt worden. Die Studie soll im Jahr 2008 fortgesetzt werden.

Dr.-Ing. Gunther Naumann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Durchblutung Transplantation Ultraschall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie