Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorgeburtliche Operationen

03.12.2007
Ergebnisse vom Perinatalkongress 2007 (2)
Therapie schon im Mutterleib: Verbesserte intrauterine Operationen
Mithilfe der schonenden Operationsmethode, der minimal-invasiven fetalen Chirurgie, bei der durch ein kleines, höchstens 2 bis 3 Millimeter großes Loch in der Bauchdecke der Mutter das Operationsinstrument, das Fetoskop, zur Behandlung des Ungeborenen in die Gebärmutter eingeführt werden, gelingt es mittlerweile, Babys vor ihrer Geburt in der geschlossenen Gebärmutter zu operieren.

Die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie liegen in den geringen Belastungen der beiden Patienten: Der Fetus wird in seiner schützenden Situation belassen und die Schnitte an der Bauchdecke der Mutter sind sehr klein, sodass beide Patienten sich schneller von dem jeweiligen Eingriff erholen können.

So wird zum Beispiel beim feto-fetalen Transfusionssyndrom, bei dem eineiige Zwillinge durch miteinander verbundene Gefäße über nur eine Placenta in Verbindung stehen und ein Kind dabei deutlich weniger mit Blut versorgt wird als das andere, die fetoskopisch-assistierte Lasertherapie zum Verschluss der zwischen den beiden Geschwistern bestehenden Gefäßverbindungen angewendet. Beide Kinder würden ohne Behandlung ihrer Erkrankung in mindestens 80 Prozent der Fälle sterben; eins an Unterversorgung, der andere Zwilling an den Belastungen des Herzkreislaufsystems. Die Operation wird mithilfe eines nur wenige Millimeter dicken Fetoskops durchgeführt, über dessen Arbeitskanal eine Laserphase bis zu den Gefäßen vorgeschoben wird und diese koaguliert werden. Dank der Lasertherapie überlebt in ca. 90 Prozent der Fälle einer der Zwillinge und in fast 70 Prozent beide Kinder.

Weitere Operationsgebiete in der minimal-invasiven fetalen Chirurgie stellt die intrauterine Behandlung der Zwerchfellhernie dar. Bei dieser Störung führt ein Loch im Zwerchfell des Feten dazu, dass seine Bauchorgane nach oben in den Brustkorb verlegt sind. Die somit komprimierte Lunge kann nicht mehr wachsen; das Kind stirbt nach der Geburt. In diesen Fällen wird über den Arbeitskanal des Fetoskops mithilfe eines dünnen Katheters ein Ballon in die Luftröhre des Feten implantiert, der dann bei der Entbindung wieder entfernt wird. Dadurch können die Bauchorgane während der weiteren Fetalzeit in der Gebärmutter zurückgedrängt werden und die Lunge kann sich weiter entwickeln.

Das Mainzer Universitätsklinikum weist eine der geringsten Komplikationsraten bei der Laserkoagulation der placentaren Gefäßverbindungen beim feto-fetalen Transfusionssyndrom auf der ganzen Welt auf. Das liegt zum einen an der Investition in leistungsfähige Geräte und der hohen Kompetenz der Fetal-Operateure und zum anderen daran, dass die Universitätsfrauenklinik zum Internationalen Ausbildungszentrum für Pränatale Diagnostik und Mikroinvasive fetale Chirurgie aufgestiegen ist.

Ansprechpartner:
Prof. Michael Tchirikov
Johannes Gutenberg-Universität
Klinik für Frauenheilkunde / Perinatalmedizin
Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz
Tel: 06131-17-3291
Mail: tchirikov@uni-mainz.de
PRESSE-Kontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: 030/803 96-86; Fax: -87
mwm@mwm-vermittlung.de

Justin Westhoff | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwm-vermittlung.de/perinatal07.html

Weitere Berichte zu: Fetoskop Gebärmutter Lasertherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise