Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

30.11.2007
Geht ein Zahn verloren, kann dieser in vielen Fällen entweder sofort oder binnen weniger Wochen durch ein Zahnimplantat ersetzt werden, betonen Experten auf der 4. Gemeinschaftstagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Implantologie, die derzeit in Wien mit dem Schwerpunkt "Ästhetik" stattfindet. Mehrmonatige Wartezeiten, seien nur noch bei massiven Gewebeschäden oder Entzündungen nötig.

Geht ein Zahn verloren - ob durch einen Unfall oder weil er gezogen werden muss - wünschen sich die Patienten verständlicherweise schnellen Ersatz. Vor allem in der sogenannten "ästhetischen Zone", also im vorderen Bereich von Ober- und Unterkiefer, ist eine Zahnlücke unangenehm.

In solchen Fällen ist ein Zahnimplantat, bei dem der Zahnersatz auf einer implantierten Titanwurzel verankert wird, eine Alternative zur konventionellen prothetischen Versorgung, bei der gesunde Nachbarzähne beschliffen werden müssen, um eine Brücke zu verankern.

Noch vor wenigen Jahren warteten Zahnärzte nach einem Zahnverlust mindestens sechs Monate bis sie die künstliche Zahnwurzel einpflanzten. Inzwischen sind sich die Experten einig, dass diese sogenannte Spätimplantation nur noch dann sinnvoll ist, wenn das umgebende Gewebe, also Kieferknochen und Zahnfleisch, massiv traumatisiert ist und zunächst aufgebaut werden muss oder wenn eine ausgeprägte Entzündung (Parodontitis) vorliegt . In allen anderen Fällen kann das Implantat entweder sofort oder binnen sechs Wochen eingepflanzt werden.

Sowohl bei der Sofortimplantation als auch bei der "verzögerten Sofortimplantation" binnen sechs Wochen können sich die Erfolgsraten der Implantologen sehen lassen, berichten Experten auf einer gemeinsamen Tagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Implantologie in Wien. Studien belegen, dass rund 90 bis 95 Prozent aller Implantate nach fünf bis zehn Jahren noch unversehrt an ihrem Platz sind.

Gleichwohl können die ästhetischen Behandlungsergebnisse bei den beiden Formen der Sofortimplantation unterschiedlich ausfallen. Umbauprozesse von Hart- und Weichgewebe können während der Heilung dazu führen, dass das ästhetische Ergebnis bei einer Sofortimplantation nicht in allen Fällen höchsten Ansprüchen genügt. "Die Sofortimplantation empfehlen wir daher nur dann, wenn das Zahnfach weitgehend unbeschädigt ist und keine Entzündungen vorliegen", erklärt DGI-Präsident Professor Günter Dhom (Ludwigshafen). Dann kann die Titanwurzel sofort in das bestehende Zahnfach eingepflanzt werden. Bei dem Eingriff entscheidet der Zahnarzt, ob das Implantat so fest sitzt, dass ein Provisorium direkt auf der Titanwurzel verankert werden kann oder ob die Lücke zunächst durch eine andere vorübergehende Versorgung geschlossen wird, damit das Implantat im Knochen sicher einheilen kann.

Bei einer verzögerten Sofortimplantation wird die künstliche Zahnwurzel erst dann eingesetzt, wenn das Zahnfleisch abgeheilt ist und wesentliche Umbauprozesse erkennbar sind. "Dies ermöglicht uns, das ästhetische Ergebnis besser abzuschätzen", erklärt Dhom.

Pressestelle: Barbara Ritzert, ProScience Communications GmbH,
Andechser Weg 17, 82343 Pöcking; Tel. 08157 93 97-0, Fax: 08157 93 97-97,
Mail: ritzert@proscience-com.de

Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgi-ev.de

Weitere Berichte zu: Entzündung Implantat Sofortimplantation Titanwurzel Zahnimplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit