Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kooperation mit WHO-Tochter

08.05.2002


  • Bayer entwickelt neues Malaria-Medikament
  • Hilfe für Entwicklungsländer geplant

Bayer und das "Medicines for Malaria Venture" (MMV), eine von der Weltbank und privaten Stiftungen finanzierte Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), haben eine Vereinbarung zur Entwicklung eines neuen Malaria-Medikamentes auf Basis der Substanz Artemisone getroffen. Der neue Wirkstoff, für den Bayer die Patentrechte besitzt, entstammt einer Forschungskooperation mit der Hongkong University of Science and Technology. Bisherige Untersuchungen zeigen, dass Artemisone bei sehr guter Verträglichkeit eine 20-30 mal höhere Wirksamkeit und einen deutlich schnelleren Wirkungseintritt entfaltet als bisher bekannte Substanzen. Daher wird eine Kurzeittherapie von ein bis drei Tagen angestrebt. Der Beginn der klinischen Prüfungen ist für das Jahr 2003, die erste Zulassung von Tabletten für 2005 geplant.

Der Kooperationsvertrag sieht vor, dass Bayer die Produktentwicklung übernimmt und WHO/MMV für eine überwachte Verteilung in den öffentlichen Gesundheitssystemen der Entwicklungsländer zuständig sind. Bayer stellt dafür das Produkt zur Verfügung. Der Preis in diesem Marktsegment soll so gestaltet sein, dass alle unter Malaria leidenden Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern eine Behandlung erhalten können. Im Gegenzug soll Bayer das Produkt in den Industrieländern vermarkten. "Ein Abkommen, von dem beide Partner, vor allem aber die betroffene Bevölkerung in den Entwicklungsländern profitieren können", meint Burkhard Fugmann von Bayer, der das Projekt leitet.

Christopher Hentschel, der Vorsitzende des MMV stellt fest: "Unsere Organisation ist aus der Überzeugung entstanden, dass öffentlich-private Partnerschaften der richtige Weg sein können, eine Geißel der Menschheit wie die Malaria erfolgreich zu bekämpfen".

Der Bedarf nach neuen Konzepten zur Malaria-Therapie ist nach wie vor sehr groß. Pro Jahr kommt es zu 300 bis 500 Millionen Neuinfektionen. Betroffen sind fast ausschließlich Entwicklungsländer. Bei den ein bis drei Millionen Todesopfern, die die Krankheit jährlich fordert, handelt es sich vorwiegend um Kinder unter fünf Jahren. Aufgrund zunehmender Resistenzen gegen bislang angewendete Mittel dürfte der Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren weiter wachsen. Etwa zweieinhalb Milliarden Menschen leben in Malaria-gefährdeten Gebieten.

Die Zahl der Malaria-Fälle bis zum Jahr 2010 zu halbieren und Malaria letztlich auszurotten ist erklärtes Ziel des MMV. Dazu wird angestrebt, zukünftig etwa alle fünf Jahre ein neues Malaria-Therapeutikum zur Verfügung zu haben. Für das MMV hat die Vereinbarung mit Bayer Pilotcharakter für die Zusammenarbeit mit der Industrie, weil es sich in dieser Art um die erste gemeinsame Entwicklung eines neuen Wirkstoffes handelt.

Bei Bayer gilt das Projekt als weiteres erfolgreiches Beispiel für Partnerschaften mit öffentlichen Organisationen und Stiftungen zur Bekämpfung von Krankheiten, die vor allem Entwicklungsländer betreffen. Frank Morich, im Bayer-Vorstand zuständig für das Arbeitsgebiet Gesundheit: "Wie schon bei unserem Engagement zur Bekämpfung der afrikanischen Schlafkrankheit sehen wir in dieser Vereinbarung einen Beitrag, um den Zugang der Entwicklungsländer zu Arzneimitteln speziell gegen solche Erkrankungen zu fördern, die fast ausschließlich in der Dritten Welt vorkommen. Gleichzeitig handelt es sich auch hierbei um einen aktiven Beitrag zur Global Compact Initiative der Vereinten Nationen."

Bayer hatte der WHO im vergangenen Jahr bereits zugesichert, seine beiden Medikamente Germanin (Wirkstoff: Suramin) und Lampit (Wirkstoff: Nifurtimox) für die Dauer von zunächst fünf Jahren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die WHO möchte die Medikamente zur Bekämpfung der afrikanischen Schlafkrankheit einsetzen, die in Afrika 60 Millionen Menschen bedroht.

Der Global Compact, zu dessen Gründungsmitgliedern auch Bayer gehört, geht auf eine Idee von Friedensnobelpreisträger und UN-Generalsekretär Kofi Annan zurück. Ursprünglich 45 Unternehmen weltweit haben sich darin verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Einhaltung und Verbreitung von neun von der UN ausgewählten Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Sozialstandards und Umwelt einzutreten. Konkrete Projekte von Bayer reichen von Aktivitäten gegen Kinderarbeit über Programme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Landarbeitern im brasilianischen Kaffeeanbau bis zu weltweiten Initiativen zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen.

Zukunftsgerichtete Aussagen

 

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

BayNews Redaktion | BayNews Mail Service

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland MMV Malaria Who

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik