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UKE: Veröffentlichung zu neuen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung im Kampf gegen den Krebs

08.05.2002


In einer Veröffentlichung des wissenschaftlichen Journals "Angiogenesis" hat kürzlich Privatdozent Dr. Süleyman Ergün, Abteilung für Mikroskopische Anatomie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), einen neuen Mechanismus der Ausreifung von Blutgefäßen beschrieben.

Die Laborexperimente für diese Arbeit wurden in enger Kooperation der beiden Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Judah Folkman (Harvard Medical School, Boston) und Dr. Ergün in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Nerbil Kilic, Medizinische Klinik I des UKE, durchgeführt. Die Erkenntnisse dieser Grundlagenforschung könnten in ferner Zukunft neue Therapiemöglichkeiten sowohl bei Gefäßverschlüssen als auch bei Tumoren eröffnen.

Die Arbeitsgruppen von Prof. Folkman und Dr. Ergün beschäftigen sich mit der Frage, welche körpereigenen Moleküle bei der Entstehung von Krebs förderlich oder hinderlich sind. 1997 hatte die Arbeitsgruppe um Prof. Folkman in Tiermodellen nachgewiesen, dass das Eiweißmolekül Endostatin die durch andere Moleküle angeregte Neubildung von Blutgefäßen hemmt und das Tumorwachstum nicht nur stoppt, sondern sogar zum Rückgang zwingt. Ein Tumor benötigt nämlich ein Gefäßbett aus neuen, unreifen Gefäßen, um sich ausbreiten zu können. Reife Blutgefäße jedoch entziehen ihm den Nährboden. Durch Versuche an Zell- und Organkulturen aus Blutgefäßen fanden die Wissenschaftler der beiden Arbeitsgruppe nun heraus, welcher Mechanismus der Wirkung des Endostatins zugrunde liegt: Sie entdeckten, dass Endostatin die Wand der neuformierten Blutgefäße stabilisiert, dadurch die Gefäße reifen lässt und die Aussprossung neuer Blutgefäße verhindert.

Diese Entdeckung stellt ein wichtiges Zwischenergebnis auf der Suche nach einer neuartigen Tumorbehandlung dar. Gelänge es irgendwann, durch die Gabe von Endostatin die Blutgefäße eines Krebspatienten zu stabilisieren, könnte dem Tumor das Gefäßbett entzogen werden: Er würde "ausgehungert". Unerwünschte Nebenwirkungen wie bei einer Chemotherapie träten nicht auf. Zudem könnten Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel Arteriosklerose oder Thrombose-bedingte Gefäßverschlüsse durch neugebildete und ausgereifte Blutgefäße "umgangen" werden. Durch weitere Untersuchungen an Tiermodellen, die in Boston durchgeführt und in Zusammenarbeit mit den UKE-Forschern analysiert werden, wollen die Wissenschaftler nun einen weiteren Schritt zur Aufklärung der klinischen Bedeutung ihrer Entdeckung machen.

Im Februar 2000 hatte Dr. Ergün bereits zusammen mit Prof. Dr. Christoph Wagener, Abteilung für Klinische Chemie, nachgewiesen, dass das Eiweißmolekül CEACAM1 neue Blutgefäße wachsen lässt. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden im Wissenschaftsjournal "Molecular Cell" veröffentlicht.

Informationen bei Privatdozent Dr. Süleyman Ergün, Tel.: 040/42803-3592 oder -4333.

Dr. Marion Schafft | idw

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