Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drogenkonsum in Deutschland rückläufig

28.11.2007
Vorstellung der Jahresberichte zur Drogensituation in Deutschland und Europa

Anlässlich der Vorstellung der Jahresberichte zur Drogensituation in Deutschland und Europa der deutschen und europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD und DBDD) gemeinsam mit dem Direktor der EBDD, Wolfgang Götz, erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: „Aktuelle Untersuchungsergebnisse für Deutschland zeigen, dass Erwachsene weniger Drogen nehmen als früher. Nur noch rund 3% haben innerhalb des letzten Monats Drogen konsumiert. Auch bei Jugendlichen sinkt der Drogenkonsum. Am deutlichsten wird das beim Konsum von Cannabis: Nur noch 13% der 14-17-jährigen haben 2007 zumindest einmal Haschisch oder Marihuana probiert. 2004 waren das noch 22% in dieser Altersgruppe. Auffällig ist dagegen, dass sich die Zahlen der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis wenig verändert haben. In der Altersgruppe der 14-17-jährigen liegt der Anteil aktuell bei 3,3%, bei den 18-64jährigen bei 2,2%.“

Europaweit konsumieren ca. 1% aller Erwachsenen täglich Cannabis, das sind etwa 3 Millionen Menschen. In Deutschland sind es nach den aktuellen Untersuchungen nur etwa 0,5%. Im Vergleich zu Europa werden in Deutschland viele Menschen mit Cannabisproblemen vom Behandlungssystem erreicht. In Europa haben sich im letzten Jahr knapp 44.000 Cannabiskonsumenten erstmals ambulant behandeln lassen, davon 8.000 Personen in Deutschland. Insgesamt werden bundesweit derzeit etwa 28.000 Personen ambulant oder stationär behandelt.

Sabine Bätzing: „Damit sind wir auf einem guten Kurs. Dennoch müssen wir noch mehr Menschen mit Cannabisproblemen erreichen. Deswegen fördert die Bundesregierung neue Beratungs- und Behandlungsprogramme wie „realize it!“, „Candis“ oder „Incant“, die passende Hilfemöglichkeiten vor allem für junge Erwachsene mit Cannabisproblemen schaffen und bereithalten.“

... mehr zu:
»Cannabis »Drogenkonsum

Europaweit Beachtung findet das internetbasierte Ausstiegsprogramms „quit the shit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf www.drugcom.de. Interessierte Konsumenten versuchen mit Hilfe eines von Fachkräften kommentierten Internet-Tagebuchs ihren Cannabiskonsum innerhalb von 50 Tagen zu reduzieren. Das Programm ist sehr erfolgreich: 30 Prozent weisen drei Monate nach Abschluss des Programms keinen Konsum mehr auf. Die Personen, die weiter konsumieren, haben ihren Konsum deutlich reduziert.

Sabine Bätzing: „Mit diesem Angebot erreichen wir zahlreiche Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten, die Drogenhilfeangebote bisher gar nicht oder erst sehr spät in Anspruch nehmen.“

Für eine erhebliche Zunahme des Kokainkonsums in Deutschland liegen - im Gegensatz zur gesamteuropäischen Entwicklung - bislang keine Daten vor. Der Leiter der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel: „Die Anzahl derjenigen Personen in der Allgemeinbevölkerung, die innerhalb des letzten Jahres Kokain konsumiert hat, ist seit Jahren auf niedrigem Niveau relativ stabil.“ Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18-39 Jahren ist sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bei den Personen, die sich zum ersten Mal in ambulante Behandlung begeben, spielen Opiate, Cannabis und Stimulanzien eine deutlich größere Rolle als Kokain. Während die Kokainpreise gleich geblieben sind, sinkt der Reinheitsgrad des sichergestellten „Straßenkokains“ seit einigen Jahren.

Pfeiffer-Gerschel: „Die Zahl der Neuinfektionen der injizierenden Drogenkonsumenten mit HIV war auch 2006 relativ niedrig. Hepatitis C ist dagegen sehr weit verbreitet. 60-80% sind davon betroffen.“

Drogenkonsum unter sehr jungen Personen (unter 15 Jahren) ist in Deutschland relativ selten, in den meisten Fällen handelt es sich um Erfahrungen mit Cannabis. Für zahlreiche Gruppen besonders gefährdeter junger Menschen wie z.B. Jugendliche aus suchtbelasteten Familien, Obdachlose oder junge Straftäter existieren Präventions- und Hilfeangebote, die auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe zugeschnitten sind.

Sabine Bätzing: „Der aktuelle Bericht zur Drogensituation in Deutschland zeigt, dass wir im Bereich der Prävention, Beratung und Behandlung gute Arbeit geleistet haben. Auf der Basis dieser guten Erfahrungen werden wir auch die Herausforderungen angehen, die es bei der Versorgung der Substituierten und der schwer chronisch Suchtkranken gibt. Besonders am Herzen liegen mir die Kinder aus drogenbelasteten Familien. In diesem Bereich setze ich mich auch 2008 für Modellprojekte ein.“

Weitere Informationen zum Bericht über die Drogensituation in Deutschland unter: www.dbdd.de

Weitere Informationen zum Bericht über die Situation der Drogen in Europa unter: www.emcdda.europa.eu

| BMG News
Weitere Informationen:
http://www.bmg.bund.de

Weitere Berichte zu: Cannabis Drogenkonsum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung

26.04.2017 | Medizin Gesundheit