Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz vor der Virusgrippe: Die Impfsaison beginnt jetzt!

18.09.2000


... mehr zu:
»Impfung »Influenzavire »Virusgrippe
Gemeinsame Pressemitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts
Eine rechtzeitige Impfung im Herbst, also bevor die Grippe Deutschland erreicht hat, gewährleistet den Schutz der
Geimpften, vermeidet damit schwere Erkrankungen und auch Todesfälle und ermöglicht den Herstellern eine bessere Abschätzung des tatsächlichen Bedarfs an Grippeimpfstoffen. Daher sollten sich alle gefährdeten Personen bereits jetzt gegen die Virusgrippe impfen lassen. Impfstoffe der aktuellen von der WHO empfohlenen Zusammensetzung stehen seit Ende August zur Verfügung.

Alle gefährdeten Personen sollten sich schon in den nächsten Wochen gegen die Virusgrippe impfen zu lassen, dies empfehlen das Robert Koch- und das Paul-Ehrlich-Institut. "In den letzten drei Jahren hatten wir regelmäßig im Januar das Problem, dass die Grippeimpfstoffe knapp wurden, weil viele Menschen erst zu spät daran gedacht haben, sich impfen zu lassen" erinnert Prof. Dr. Johannes Löwer, kommissarischer Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Er appelliert an Ärzte, Apotheker, Betroffene und vor allem auch an die Medien, es nicht auch in der nächsten Saison wieder soweit kommen zu lassen. "Eine rechtzeitige Impfung im Herbst, also bevor die Grippe Deutschland erreicht hat, gewährleistet den Schutz der Geimpften, vermeidet damit schwere Erkrankungen und auch Todesfälle und ermöglicht den Herstellern eine bessere Abschätzung des tatsächlichen Bedarfs an Grippeimpfstoffen" so Löwer. Aufklärende Artikel, die die Gefahr der Virusgrippe sachlich schildern und gleichzeitig den Nutzen und die Notwendigkeit der Impfung hervorheben, oder auch entsprechende Schwerpunktsendungen in Hörfunk und Fernsehen seien jetzt, im Oktober und November, vor Beginn der Grippesaison, notwendig und sinnvoll.

Für Personen mit bestimmten Grundleiden und für ältere Menschen stellt eine Influenzavirus-Infektion eine besondere Gefährdung dar. Bei diesen Personengruppen kommt es im Krankheitsverlauf häufig zu Komplikationen. Oft sind dies bakterielle Lungenentzündungen, die tödlich enden können. Der beste Schutz vor einer Virusgrippe besteht in der rechtzeitig durchgeführten Impfung, die jährlich mit dem aktuellen Impfstoff der Saison wiederholt werden sollte. Die hohe Variabilität der Influenzaviren ist die Ursache dafür, dass eine Impfung aus den Vorjahren unzureichenden oder keinen Schutz bietet. Die neuen Influenzaviren können vom Immunsystem eines in den Vorjahren Geimpften nicht immer sicher erkannt und daher auch nicht effektiv abgewehrt werden. Die Impfungen sollten im Herbst durchgeführt werden, da die Krankheit gehäuft zwischen November und April auftritt und der Körper nach der Impfung 14 Tage benötigt, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Nur in Einzelfällen sollte sie später erfolgen.

Zum Personenkreis, für die eine Impfung unbedingt empfohlen wird zählen:
· Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Grundleiden - insbesondere chronische Herz-Kreislauf-, Atemwegserkrankungen (wie Asthma und Bronchitis), Leber- oder Nierenkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten (zum Beispiel Diabetes), außerdem Personen mit Immundefekten (zum Beispiel AIDS), oder mit medikamentös unterdrücktem Immunsystem (zum Beispiel Organtransplantierte).
· Personen über 60 Jahre.
· Personen, die durch ihren Beruf täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen (zum Beispiel in Verkehrsbetrieben Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Praxen).

"Die jährliche Impfung ist gerade für Beschäftigte im Medizin- oder Pflegebereich von besonderer Bedeutung", betont Professor Reinhard Burger, stellvertretender Direktor des Robert Koch-Instituts. Eine Umfrage des Robert Koch-Instituts aus dem Jahre 1999 belegt, dass gerade bei klinischem Personal die Impfrate mit rund zehn Prozent besonders gering ausgefallen ist. Ärzte oder Pfleger sind in erhöhtem Maße einem Infektionsrisiko ausgesetzt und können während ihrer Tätigkeit die Influenza-Infektion auf andere übertragen, in diesem Fall auf die besonders gefährdeten kranken oder alten Menschen.

Der Impfschutz beginnt frühestens nach einer Woche und ist nach etwa zwei Wochen voll ausgeprägt. Die heute verwendeten Spaltimpfstoffe aus abgetöteten Influenzaviren sind gut verträglich. Jede Impfstoff-Charge wird vom Paul-Ehrlich-Institut kontrolliert und freigegeben, bis Anfang September waren es bereits mehr als 20 Millionen Dosen der aktuellen Zusammensetzung. Alle in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffe sind für Personen ab dem vollendeten 6. Lebensmonat geeignet, wobei in den ersten 36 Lebensmonaten eine reduzierte Dosis geimpft wird. Für Menschen, die älter als 65 Jahre sind, stehen in dieser Saison erstmals spezielle, altersgemäße Impfstoffe zur Verfügung.

Die aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs legt die Weltgesundheitsorganisation, bzw. für Europa, die Kommission der europäischen Gemeinschaften fest. Beide Institutionen beziehen ihre dazu notwendigen Informationen von Referenzlaboratorien aus fast allen Ländern der Erde, die ihre Analysen zu zirkulierenden Influenzaviren an die WHO melden. Die Laboratorien für Deutschland befinden sich am Robert Koch-Institut und am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover.

Für den Impfstoff im kommenden Winter wurde folgende Zusammensetzung empfohlen (aufgeführt sind die derzeit zirkulierenden Stämme und die Stämme, deren Antigene in den neuen Impfstoffen enthaltenen sind:
A/Moskau/10/99 (H3N2) ähnliches Virus (Reassortante RESVIR 17):
A/New Caledonia/20/99 (H1N1) ähnliches Virus (Reassortante IVR-116) und
B/Bejing/184/93 ähnliches Virus (B/Yamanashi/166/98)
(A und B bezeichnen die Virustypen, der Ortsname bezieht sich auf den Ort der Virusisolierung; die erste Ziffer gibt die Nummer des jeweils isolierten Stamms an, die zweite bezieht sich auf das Isolierungsjahr; mit H und N werden die beiden wichtigsten Proteine der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, die Ziffer dahinter bezeichnet den aktuellen Hämagglutinin- bzw. Neuraminidase-Subtyp. Reassortanten sind Influenzavirus-Stämme, die in ihrer Oberflächenstruktur den aktuellen Wildtypviren entsprechen, aber besonders gute Wachstumseigenschaften in Hühnereiern aufweisen).

Insbesondere das Hämagglutinin ist für das menschliche Immunsystem zur Etablierung einer gegen Influenzavirus-Infektionen schützenden Immunantwort notwendig.

Weitere Informationen bieten
die neue Ausgabe des vom Robert Koch-Institut wöchentlich herausgegebenen Epidemiologischen Bulletins http://www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/EPI.HTM,
sowie die Homepages des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts,
u.a. mit einer Übersicht der verfügbaren Impfstoffe http://www.pei.de/professionals/fluimpf_2000.htm
und einem Ratgeber zur Influenza http://www.rki.de/INFEKT/RATGEBER/RAT.HTM
Haben Sie noch Rückfragen? Wenden Sie sich bitte an Dr. Susanne Stöcker
Tel.: +49/6103 / 77 1030 oder Fax: +49/6103 / 77 1262 oder e-mail: stosu@pei.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Susanne Stöcker |

Weitere Berichte zu: Impfung Influenzavire Virusgrippe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise