Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinischer Meilenstein: Erste navigierte Leberoperation zur Entfernung nicht sichtbarer Tumore gelungen

27.11.2007
Dem Team um Prof. Oldhafer im Allgemeinen Krankenhaus in Celle ist zusammen mit den Experten von MeVis und MiMed eine Pionierleistung geglückt: Die erste bislang bekannte erfolgreiche navigationsgestützte Entfernung von nicht sichtbaren Lebertumoren weltweit - dies markiert einen Meilenstein in der Leberchirurgie.

Die aktuellen chemotherapeutischen Behandlungen bei Lebermetastasen sind hocheffektiv. Doch der Erfolg birgt auch Nachteile: Die Metastasen können sich dermaßen verkleinern, dass sie weder bei Röntgenuntersuchungen sichtbar sind, noch während einer Operation ertastet werden können. Kann ein Tumor nicht getastet oder gesehen werden, ist die Operation nahezu unmöglich. Was kann der Chirurg in dieser Situation tun? Die Erfahrung lehrt, dass Metastasen, obwohl sie nicht mehr nachzuweisen sind, in kürzester Zeit wieder wachsen und sich weiter in der Leber verbreiten können.

Dieses technische Dilemma scheint nun gelöst.

Mit der Bildbearbeitungs- und Operationsplanungssoftware von MeVis Research in Bremen können die Metastasen in ihrer Ausdehnung vor der Chemotherapie auf ein Bild nach der Therapie übertragen werden und so ein Operationsvorschlag erstellt werden. Mit der Navigationstechnik des MiMed (Lehrstuhl Mikrotechnik und Medizingerätetechnik) der TU München gelingt es jetzt, diese Planung direkt in das Operationsfeld zu übertragen und so einen Tumor, den man nicht tasten oder sehen kann, sicher zu entfernen. Entwickelt wurde diese innovative Technik im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes FUSION (Future Environment for Gentle Liver Surgery Using Image Guided Planning and Intra-Operative Navigation). MeVis Geschäftsführer Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen: "Dies ist ein entscheidender Schritt in Richtung schonender Eingriffe unter Verwendung moderner informationstechnologischer Verfahren."

... mehr zu:
»Metastase »Operation
Bei dem 61-jährigen Ernst-Gustav Späth, Landwirt im Landkreis Celle, wurde Anfang des Jahres eine Darmkrebsoperation durchgeführt. Im Verlauf wurden zwei Lebermetastasen entdeckt und eine chemotherapeutische Behandlung eingeleitet. Die Metastasen reagierten auf die Therapie und verkleinerten sich deutlich, so dass eine erfolgreiche operative Entfernung nicht möglich gewesen wäre.

Der Klinikdirektor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Allgemeinen Krankenhauses in Celle, Prof. Dr. med Karl J. Oldhafer, dazu: "Eine Metastase konnte auf Grund ihrer geringen Größe nicht mehr identifiziert werden. Wir befürchteten, den Herd auch während der Operation nicht finden zu können und entschlossen uns daher zum Einsatz der MeVis-Software und der intraoperativen Navigation".

Das Expertenteam plante den Eingriff auf der Basis der Bilddaten vor und nach der Chemotherapie, die intraoperative Navigation ermöglichte es dann diesen Vorschlag auf die Leber zu übertragen. Eine der beiden Metastasen war tatsächlich weder im intraoperativen Ultraschall auffindbar, noch zu ertasten. Die Entfernung der Metastase wurde also allein durch die navigierte Planung gesteuert. Sie hätte ohne diese technische Innovation nicht entfernt werden können. Die Pathologen bestätigten den Erfolg. Der Resttumor wurde in der Mitte des Präparates aufgefunden, es ließen sich noch lebensfähige Tumorzellen nachweisen.

Der Patient konnte am nächsten Tag bereits die Intensivstation verlassen und hat sich eine Woche nach der Operation bereits sehr gut erholt.

Dem Team um Prof. Oldhafer in Celle ist zusammen mit den Experten von MeVis und MiMed eine Pionierleistung geglückt. Es handelt sich um die erste bislang bekannte erfolgreiche navigationsgestützte Entfernung von nicht sichtbaren Lebertumoren weltweit - dies markiert einen Meilenstein in der Leberchirurgie und zeigt wohin die Reise in der Zukunft gehen wird.

Fußnote:
OP-Team: Prof.Dr. K.-J. Oldhafer, Dr. G.A. Stavrou, Dr. M. Nyibata
MeVis Research: Dr. H. Bourquain, Dr. B. Geisler, Ch. Hansen
MiMed: M. Markert, S. Nowatschin
Zur MeVis-Gruppe:
Die MeVis Medical Solutions AG mit Sitz in Bremen ist ein weltweit führender Anbieter von krankheitsorientierter Software in der bildbasierten Medizin. Die von MeVis entwickelten Softwarelösungen unterstützen den Mediziner bei der Diagnose, Therapie, Intervention und Chirurgie für dedizierte Krankheitsbilder, insbesondere im Bereich der Krebserkrankungen.

Die MeVis-Gruppe umfasst neben der MeVis Medical Solutions AG, die 51%ige Tochtergesellschaft MeVis BreastCare GmbH & Co. KG (ein Joint Venture mit der Firma Siemens) sowie die MeVis Medical Solutions Inc., Wisconsin, United States. Ferner ist die MeVis Medical Solutions am Forschungs- und Entwicklungszentrum MeVis Research GmbH unter der Leitung des international renommierten Mathematikers und Chaos-Forschers Professor Heinz-Otto Peitgen mit 25,1%beteiligt.

Insgesamt beschäftigt die Gruppe derzeit rund 130 Mitarbeiter. Auf der Forschungsebene hat sich die Gruppe ein Netzwerk von mehr als 100 klinischen Zentren weltweit geschaffen. Auf der Produktebene kooperiert sie mit national und international führenden Unternehmen wie Siemens, Hologic und Philips/Invivo, Die klinische Einbettung sichert der Gruppe den Zugang zu klinischem Wissen und einer sorgfältigen Evaluation und ermöglicht eine rasche klinische Umsetzung der Ergebnisse. Im September 2006 wurde die MeVis-Gruppe für die visionären Entwicklungen mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. MeVis Medical Solutions AG ist seit September 2006 im Prime Stand der Deutschen Börse gelistet (ISIN DE000A0LBFE4; WKN A0LBFE).

Pressekontakt:
HOSCHKE & CONSORTEN
Public Relations GmbH
Ann-Kristin Jost
Deichstraße 29
20459 Hamburg
Tel. 040 - 36 90 50 32
Fax 040 - 36 90 50 10
eMail a.jost@hoschke.de
Unternehmenskontakt:
MeVis Research GmbH
Dr. Markus Lang
Universitätsallee 29
28359 Bremen
Tel. 0421 218 7581
Fax 0421 218 4236
eMail mlang@mevis.de
Arztkontakt:
Allgemeines Krankenhaus Celle
Dr.med Gregor A. Stavrou
Siemensplatz 4
29223 Celle
Tel. 05141-72 1051
Fax. 05141-72 1059
eMail stavrou@liversurgery.de

Ann-Kristin Jost | idw
Weitere Informationen:
http://www.mevis.de

Weitere Berichte zu: Metastase Operation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie