Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verdopplung von chronisch Nierenkranken bis 2020

19.11.2007
Die amerikanische Nierengesellschaft gab auf dem Jahreskongress in San Francisco bekannt, dass in den nächsten Jahren eine dramatische Zunahme von Patienten mit chronischem Nierenversagen zu erwarten ist.

Die neueste US-amerikanische Hochrechnung geht zwischen 2005 und 2020 von einem jährlichen Anstieg der Patienten mit terminalem Nierenversagen von über 150.000 aus.

2020 werden demzufolge in den USA 785.000 Patienten von der Dialyse (künstlichen Blutwäsche) abhängig sein. In Deutschland wird ein ähnliches Szenario befürchtet: Bedurften 1995 lediglich 41.350 Patienten eines Nierenersatzverfahrens (Dialyse oder Transplantation), so sind zehn Jahre später bereits 63.427 Dialysepatienten und 23.724 Transplantierte (insgesamt also 87.151) zu verzeichnen. Dies ist mehr als eine Verdoppelung! Und auch in näherer Zukunft wird dieser dramatische Aufwärtstrend anhalten.

Besonders gravierend ist weltweit der Anstieg der Patienten im Alter zwischen 65 und 75 Jahren (in dieser Altersklasse um mehr als 100%). Dies erklärt sich zwar zum Teil dadurch, dass der Nierenfunktionsverlust auch eine Alterserscheinung sein kann, jedoch steigt die Patientenzahl in einem viel stärkeren Maße als allein die demografische Struktur der Alterspyramide rechtfertigen kann. Die Hauptursachen für die massive Zunahme des Nierenversagens sind die sogenannten Zivilisationskrankheiten: Der Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes) kann zu Organschädigungen führen, wobei die Nieren sehr häufig betroffen sind. Bis zu 40% aller Diabetiker entwickeln im Laufe ihres Lebens schwerste Nierenschäden (diabetische Nephropathie). Fast die Hälfte aller neu an die Dialyse angeschlossenen Patienten ist diabeteskrank - ein wesentlicher Grund dafür ist übrigens eine schlechte Einstellung des Blutzuckers über Jahre.

... mehr zu:
»Dialyse »Niere

Auch Bluthochdruck (Hypertonie) - ebenfalls eine gängige "Volkskrankheit" - schadet der Niere. Allein 20% aller Hochdruckpatienten versterben an Nierenerkrankungen.

Wie können Sie Ihre Nieren schützen?

Nierenversagen verläuft fatalerweise lange Zeit unbemerkt, weshalb die Früherkennung umso wichtiger ist. Denn wurde die Erkrankung rechtzeitig erkannt, kann der Nierenspezialist (Nephrologe) meist noch medikamentös gegen den schleichenden Nierenfunktionsverlust vorgehen und so eine Dialysepflicht hinausschieben oder sogar ganz verhindern. Die Früherkennung ist ganz einfach: Mit Hilfe eines Urintests, der für die Patienten keine Mehrkosten generiert, kann der Hausarzt feststellen, ob Albumin (ein Bluteiweiß) in höherer Konzentration im Harn enthalten ist. Ist die Konzentration erhöht, ist das ein früher, aber verlässlicher Indikator für eine Schädigung des Nierenfilters, und zwar lange bevor die "Nierenwerte" im Blut ansteigen! Dann sollte der Patient unbedingt einem Nierenspezialist vorgestellt werden.

Der Urintest muss bei allen Diabetikern und Menschen mit Bluthochdruck mindestens jährlich erfolgen, bei Gesunden über 35 Jahre alle zwei Jahre. Daneben ist eine optimale Blutdruck- und Blutzuckereinstellung unerlässlich, selbst bei Gesunden sind routinemäßige Blutdruck- und Blutzuckermessungen aktiver Nierenschutz.

Ein weiterer großer Risikofaktor ist das Rauchen. Rauchen schädigt die Gefäße - und die kleinen Filtergefäße in der Niere sind oft die ersten, die durch den Tabakkonsum irreparablen Schaden nehmen. Daher: Schützen Sie aktiv Ihre Nieren und befreien Sie sich von der Nikotinsucht!

Pressestelle Gesellschaft für Nephrologie

Dr. Bettina Albers
albersconcept
Jakobstrasse 38
99423 Weimar
Tel. 03643/ 7764-23
Fax 03643/ 7764-52
albers@albersconcept.de

Dr. Bettina Albers | idw
Weitere Informationen:
http://www.nierengesellschaft.de

Weitere Berichte zu: Dialyse Niere

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften