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Genuss von Fledermäusen führt zu Gehirnschäden

29.04.2002


US-Neurologen sind Geisteskrankheit von Mikronesiern auf der Spur



Der Verzehr von Fledermäusen ist für eine Geisteskrankheit unter der Bevölkerung der mikronesischen Bevölkerung verantwortlich. Das haben Forscher im Fachmagazin "Neurology" http://www.neurology.org berichtet. Unter der lokalen Bevölkerung Mikronesiens gelten die "fliegenden Füchse" als besondere Delikatesse. Seit den späten 70-er Jahren hat dies die Fledermaus-Population in Guam fast zum Aussterben gebracht.

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Der Verzehr von Fledermäusen führte zu Lytico-Bodig, einer sehr seltenen Geisteskrankheit, die Menschen scheinbar wach und bei Bewusstsein sein lässt, in Wirklichkeit aber zu einer völligen Abwesenheit bringt. Eine Heilung gibt es nicht. Die Erkrankung ist auch in Teilen Japans und Papua Neuguineas unter dem Namen amyotropische–lateral-Sklerose mit parkinsonoider Demenz (ALS-PDS) bekannt geworden. "Die Fledermäuse ernähren sich auf Guam in erster Linie von Palm-Samen, die das gefährliche Toxin Cycad enthalten. Mit dem Aussterben der Flying Foxes auf der Insel und dem Import von Fledermäusen aus Samoa, die sich nicht von Palm-Samen ernähren, ging die gefährliche Krankheit zurück", so der berühmte New Yorker Neurologe Oliver Sacks, der durch seine Publikation "Awakenings" ("Zeit des Erwachens") berühmt wurde.

Gemeinsam mit dem hawaiianischen Botaniker Paul Cox konnte der Neurologe das Geheimnis der Erkrankung erforschen: Die giftigen Palm-Samen wurden von den Fledermäusen an die Menschen weitergegeben. Die beiden Wissenschaftler stellten fest, dass in zwei Ortschaften auf Guam, in denen die Fledermäuse zu zeremoniellen Zwecken immer wieder gegessen wurden, die Zahl der ALS-PDS-Opfer besonders hoch war. "Die Fledermäuse fressen zu bestimmten Zeit das Zweieinhalbfache ihres eigenen Körpergewichts. Und sie ernähren sich ausschließlich von Früchten und Nektar", so Cox. "In den späten 70-er Jahren war der Verzehr von Fledermäusen so populär, dass sie auf Guam völlig ausgerottet wurden." Daraufhin wurden die Tiere in großen Mengen aus Samoa importiert. Da es auf diesen Inseln keine solchen Palmen gibt, verschwand auch das Krankheitsbild.


| pressetext.austria

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