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Gegen die Angst vor den Anderen: RUB bietet Psychotherapie bei sozialen Ängsten an

14.11.2007
Wieder Teilnehmer an bundesweiter Studie gesucht

Lampenfieber vor einer öffentlichen Rede oder ein flaues Gefühl vor einem Bewerbungsgespräch kennt wohl jeder. Wenn aber die Angst vor der Bewertung durch andere Menschen Überhand gewinnt und das normale Leben beeinträchtigt, besteht Handlungsbedarf. Gegen soziale Phobien, an denen geschätzte 15 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens erkranken, lässt sich etwas tun.

Psychologen und Psychotherapeuten der Ruhr-Universität Bochum bieten in einer bundesweiten Studie wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten an. Die Studie unter Leitung von PD Dr. Ulrike Willutzki und Dr. Björn Nolting geht nun in die zweite Runde, Betroffene und Interessierte können sich ab sofort unter der Telefonnummer 0234/32-24600 informieren und zur Teilnahme anmelden.

Gefürchtet: Peinlichkeit, Blamage

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Menschen mit einer Sozialen Phobie fühlen sich in Situationen, in denen sie mit Anderen zusammentreffen oder beurteilt werden könnten, übermäßig ängstlich, angespannt und unsicher. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Situationen handeln: In der Öffentlichkeit essen oder trinken, eine Rede halten, mit Fremden sprechen, mit Autoritätspersonen umgehen oder Kontakt mit Personen des anderen Geschlechts aufnehmen. Die Betroffenen befürchten, sich "falsch" oder peinlich zu verhalten und sich zu blamieren. Sie haben Angst vor Kritik und Ablehnung. "Oft finden sich Befürchtungen, die sich nicht auf das Verhalten, sondern auf das Auftreten von sichtbaren körperlichen Symptomen beziehen, vor allem Erröten, Schwitzen oder Zittern", erklärt Dr. Willutzki. Die Betroffenen stehen die gefürchteten Situationen nur mit starkem Unbehagen durch und versuchen sie möglichst zu vermeiden. Das führt nicht selten zu weiteren Problemen: Einsamkeit, Isolation, berufliche Schwierigkeiten oder Schulabbruch können die Folge sein.

Soziale Phobien sind sehr gut behandelbar

"Die Ängste beginnen meist bereits im Jugendalter und ihr Verlauf ist ohne Behandlung oftmals chronisch", so Dr. Willutzki. "Studien haben aber gezeigt, dass Soziale Phobien durch Psychotherapie sehr gut behandelbar sind." Im vergangenen März hat der Forschungsverbund zur Psychotherapie der Sozialen Phobie (sopho-net) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die bundesweite Therapiestudie ins Leben gerufen. Ziel ist, aktuelle therapeutische Möglichkeiten weiter zu verbreiten und so die psychotherapeutische Behandlung sozialer Ängste zu verbessern und zu erforschen Im Ruhrgebiet bieten das Zentrum für Psychotherapie der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum sowie die LWL-Klinik Dortmund (Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie, Klinikum der RUB) Betroffenen ab 18 Jahren die Möglichkeit, eine wirksame Behandlung in Anspruch zu nehmen. Sie ist auf die Probleme der sozialen Phobie zugeschnitten. Die Therapie dauert insgesamt etwa sechs Monate. Speziell geschulte Therapeuten wenden dabei neue, wissenschaftlich überprüfte Verfahren an.

Weitere Informationen

PD Dr. Ulrike Willutzki, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, Zentrum für Psychotherapie (ZPT), Tel. 0234/32-23181, E-Mail: willutz@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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