Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Hörimplantate

13.11.2000


Hörimplantate zählen zu den am weitesten entwickelten Systemen der Medizintechnik. Sie helfen tauben oder schwerhörigen Menschen, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Nun sollen die Produkte verbessert und die Geräte
somit kostengünstiger werden.

Cochlear-Implantate zählen zu den höchstentwickelten Produkten der Medizintechnik. Sie helfen tauben und hörgeschädigten Menschen bei der Kommunikation mit ihrer Umwelt. Die hochsensiblen, mikroelektronischen Neuroprothesen sollen die verloren gegangenen Nervenfunktionen teilweise wieder herstellen. Dazu überbrücken sie gestörte Nervenbahnen und geben die elektrischen Impulse weiter. Sie imitieren also die natürliche Kommunikationsmethode des Körpers. Die extrem hohen Anforderungen an diese implantierbaren Systeme machen sie sehr teuer. Auf einem Workshop am 5. Dezember 2000, der vom Europäischen Kompetenzzentrum für Biomedizinische Mikroprodukte MEDICS veranstaltet wird, treffen sich weltweit führende Hersteller von Hörimplantaten, Mediziner und Technologieanbieter, um Möglichkeiten zu diskutieren, wie Hörimplantate kleiner, leistungsfähiger und kostengünstiger werden.

Voraussetzung für die Implantation ist, dass die tauben oder sehr schwerhörigen Patienten noch einen intakten Hörnerv besitzen. Cochlear-Implantate übernehmen die Funktionen der rund 25 000 Haarzellen, die im menschlichen Innenohr entlang der Cochlea - der Hörschnecke - angeordnet sind. Das System besteht aus einem externen Teil - Mikrofon, Sprachprozessor und Sendespule sowie einem implantierten Teil - Empfänger und einem in die Hörschnecke eingepflanzten Elektroden-Array. »Sprache, Töne, Musik oder Geräusche werden aufgenommen. Der Sprachprozessor wandelt den Schall in elektrische Signale um, die per Funk weitergeleitet werden«, erklärt Andreas Schneider von MEDICS das Prinzip. »Diese Signale stimulieren über das Elektroden-Array den Hörnerv, der sie an das Gehirn übermittelt.« Um die bestehenden Implantate zu verbessern und die Kosten zu senken, wird nach Wegen gesucht, die einzelnen Komponenten, wie den Empfänger oder den Sprachprozessor weiter zu verkleinern und ihre Funktionalität zu erweitern.

MEDICS wird vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert koordiniert. »Wir helfen kleinen und mittelständischen Unternehmen, ihre auf Mikrotechnologie basierenden Ideen in ein medizinisches Produkt umzusetzen und die geeigneten Partner dafür zu finden«, erläutert Andreas Schneider. »Zudem bieten wir technische, beratende und Informationsdienstleistungen an.«

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Biomedizin Elektroden-Array Hörimplantat MEDICS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften