Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Taurus-Necktrainer - Virtual-Reality-gestützter Aufbau der Halsmuskulatur

09.11.2007
Auf unseren Straßen ereignen sich täglich zahlreiche Autounfälle. Eine der häufigsten Verletzungen hierbei ist das Schleudertrauma, dessen Folgen für Betroffene sehr unangenehm sind und sogar zu chronischen Beschwerden führen können.

Um Schädigungen der Halswirbelsäule zu beheben oder um ihnen vorzubeugen, ist ein effizientes Training der Halsmuskulatur notwendig. Dies ermöglicht der vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelte Taurus-Necktrainer, der vom 14. bis 17. November 2007 auf der Medica in Düsseldorf ausgestellt wird.

Die menschliche Halswirbelsäule ist dauernd Belastungen ausgesetzt: Sie muss den - im Verhältnis gesehen - schweren Kopf tragen und seine ungehinderte Beweglichkeit in alle Richtungen gewährleisten. Kein Problem - solange keine außerordentliche Beanspruchung hinzukommt. Fehlhaltung, Bewegungsmangel, durch Stress verursachte Verspannungen oder auch ein Schleudertrauma infolge eines Autounfalls strapazieren unsere Wirbelsäule jedoch übermäßig. Die Folgen sind für Betroffene sehr unangenehm: Kopf- und Nackenschmerzen sowie eine erheblich eingeschränkte Bewegungsfreiheit plagen den Patienten. Im Falle eines Schleudertraumas können zudem noch Schwindel, Übelkeit, Hör- und Sehstörungen, Gangunsicherheit oder Spasmen hinzukommen.

Diese Symptome kann der vom Fraunhofer IGD entwickelte Taurus-Necktrainer lindern. Durch den Einsatz von Virtueller Realität (Virtual Reality, VR) und Robotik können Patienten die Halswirbelsäulenmuskulatur effizient und kontrolliert aufbauen. Das System versetzt den Trainierenden mit Hilfe eines Datenhelms in ein virtuelles Weltall. Hier muss er mit seinen Blicken Planetenbahnen verfolgen. Durch das eingeschränkte Blickfeld gelingt ihm dies nur durch spezifische Kopfbewegungen. Kombiniert mit dosierbaren Widerständen, die eine Robotik-Technik diesen Bewegungen entgegenstellt, kann der Patient so die Halsmuskulatur schrittweise wieder aufbauen.

Neben der Behandlung von Halswirbelsäulen-Patienten kann der Taurus-Necktrainer auch im gesundheitsorientierten Fitnessbereich eingesetzt werden.

Die Forscher haben die Wirkung des Systems in einer ausführlichen medizinischen Studie untersucht, in der es sich als sehr effizient erwies: Der Taurus-Necktrainer führt zu einem fünf Mal höheren Muskelzuwachs und verbessert, im Gegensatz zu konventionellen Methoden, die visuelle Bewegungskontrolle.

Medizinischer Partner des Projekts ist die Universität Ulm, die das System auch evaluiert und initiiert hat. PolyDimension GmbH hat an der Robotik-Technik mitgearbeitet. Für die Weiterentwicklung der Technologie bis zum produktreifen System werden noch Kooperationspartner gesucht.

Besucher der Medica in Düsseldorf können den Taurus-Necktrainer am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF vom 14. bis 17. November 2007 in Halle 3, Stand H92 besichtigen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter http://www.taurus-necktrainer.de

oder bei

Dr. Ulrich Bockholt
Fraunhofer IGD Darmstadt
Telefon: +49 6151 155-277
E-Mail: ulrich.bockholt@igd.fraunhofer.de
Internet: www.igd.fraunhofer.de/igd-a4
Kurzprofil Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD betreibt angewandte Forschung im Bereich der graphischen Datenverarbeitung. Zu den Kernkompetenzen des Instituts gehören unter anderem Visualisierung und Simulation, Animation, Modellierung, Virtuelle und Erweiterte Realität, Sicherheitstechnologien sowie Ubiquitous Computing. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf drei Schwerpunkte: Den Erhalt von Semantik über den gesamten Modellierungsprozess hinweg, die Wechselwirkung von Graphik und Vision sowie die Bearbeitung bibliothekarischer Fragestellungen im Kontext dreidimensionaler Modelle. Das Anwendungsspektrum der innovativen Konzepte, Modelle und Praxislösungen reicht von Virtueller Produktentwicklung über Medizin und Verkehr bis zu Multimedialem Lernen und Training. Im Auftrag von Kunden entstehen Prototypen und Komplett-Systeme, die optimal auf deren spezifische Anforderungen abgestimmt sind. So entwickeln die zehn Abteilungen in Darmstadt, Rostock und Singapur neue Technologien, erstellen Studien und realisieren Anwendungen und Systeme (Hard- und Software), die sich durch hohe Benutzerakzeptanz, gute Bedienbarkeit und ergonomische Gestaltung auszeichnen. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Fraunhofer IGD haben direkten Bezug zu aktuellen Problemstellungen in Industrie und Wirtschaft. Zahlreiche Ausgründungen gewährleisten, dass Prototypen schnell in marktfähige Produkte umgesetzt werden.

Das Fraunhofer IGD kooperiert eng mit der Technischen Universität Darmstadt, der Technischen Universität Graz und der Universität Rostock. Das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, gegründet 1998, sichert die Präsenz auf den Zukunftsmärkten Asiens. Das Fraunhofer IGD beschäftigt in Darmstadt und Rostock rund 140 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unterstützt durch etwa 140 wissenschaftliche Hilfskräfte. Der Etat betrug 2006 über 14 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.taurus-necktrainer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie