Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs: Welche Frauen profitieren von der neuen Herceptin-Therapie? Neuer Test an der Charité

16.10.2000


Seit September diesen Jahres ist ein neues Krebsmedikament (Handelsname:Herceptin, Hersteller: HoffmannLaRoche) für die Behandlung von Frauen mit Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium auch in Deutschland
zugelassen. Herceptin ist ein sogenannter "monoklonaler Antikörper", der sich ausschließlich gegen Strukturen (gegen den sogenannten Her2-Rezeptor*) auf der Oberfläche von Brustkrebszellen
richtet. Der Antikörper bindet an den massiv vermehrten Rezeptor und blockiert damit die Aufnahme von Wachstumsfaktoren, die die Krebszelle zum Überleben benötigt.

Nachteilig ist indessen, dass nur etwa ein Drittel der Frauen mit metastasierendem Brustkrebs auf ihren Zellen den (Her2-) Rezeptor in großer Zahl ausbildet. Nur diese Frauen können von der Herceptin-Therapie profitieren. Es kommt also darauf an, die geeigneten Patientinnen aus der Gesamtzahl der Betroffenen herauszufinden.

Genau das ist der Onkologin Dr. Diana Lüftner von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie" der Charité (Direktor: Professor Dr. Kurt Possinger) jetzt gelungen. Sie konnte nachweisen, dass ein kommerziell erhältlicher Bluttest, der sogenannte
OSDI-Test, entwickelt von der Bayer Corporation in Cambridge, USA, dazu geeignet ist. Er weist im Blutserum Teile des von der Oberfläche der Krebszellen abgeschilferten Rezeptors nach.

Der Test ist in mehrfacher Hinsicht aussagefähig:

- Zum Einen zeigt er das Ausgangsrisiko und damit die Prognose der individuellen Patientin an: Je höher der Testwert im Vergleich zu Normalwerten (von ca. 15 ng/ml), um so ungünstiger ist die Prognose.
- Weiter eignet sich der Test zur Kontrolle des Verlaufes einer Behandlung mit Herceptin: Denn, wenn die Patientin auf diese Therapie anspricht, sinkt der Testwert.
- Außerdem kann der Test dazu dienen, die optimale Dosierung von Herceptin und die Häufigkeit der Anwendung in Abhängigkeit von der Höhe der Testwerte, zu ermitteln.
- Schließlich könnte der Test auch dazu genutzt werden, Frauen mit sehr hohen OSDI-Testwerten von einer Hormonbehandlung mit "Tamoxifen", einem östrogen-hemmenden Präparat, das in der Brustkrebstherapie seit 20 Jahren vielfach verwendet wird, auszuschließen. Denn es gibt Hinweise darauf, dass eine Tamoxifen-Behandlung die Überlebenszeit dieser Gruppe von Patientinnen verkürzt.

Silvia Schattenfroh

*(Humanen epidermalen Wachstumsfaktoren-Rezeptor)
____________________________________________________________

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940

E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Herceptin Herceptin-Therapie Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie