Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nebenwirkung der Gentherapie: Eine wissenschaftliche Veröffentlichung erscheint heute in "Science"

19.04.2002


In der heutigen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Science" wird eine Gemeinschaftsarbeit von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Heinrich-Pette-Instituts für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI) veröffentlicht. Die Forscher hatten entdeckt, dass die genetische Veränderung von Blut bildenden Stammzellen, wie sie zum Beispiel bei der Therapie schwerer angeborener Immundefekte bei Kindern eingesetzt wurde, unter bestimmten Voraussetzungen bei Mäusen Leukämie auslösen kann. Die Arbeit bildet eine wichtige Grundlage, um im Einzelfall Nutzen und Risiko der mit großen Hoffnungen besetzten Gentherapie besser abwägen zu können.

Die beteiligten Forscher legen Wert auf die Feststellung, dass schwere Nebenwirkungen der genetischen Veränderung von Blut bildenden Stammzellen offensichtlich äußerst selten sind und das Zusammenwirken einer Reihe von ungünstigen Faktoren erfordern. Wichtig sei es, "das Risiko bezüglich der Häufigkeit und Schwere solcher Nebenwirkungen möglichst genau zu kennen, um es gegen den erwarteten Nutzen für den Patienten abwägen zu können", so Dr. Boris Fehse von der Einrichtung für Knochenmarktransplantation des UKE.

Das Projekt war in Hamburg von Professor Dr. Christopher Baum (ehemals HPI, heute Medizinische Hochschule Hannover) und Dr. Fehse gestartet worden. Die zu übertragenden Stammzellen wurden in der Einrichtung für Knochenmarktransplantation bearbeitet, die Experimente wurden im HPI durchgeführt, die Diagnostik und Teile der Molekularanalyse der Leukämiezellen fanden wiederum im UKE statt.

Verantwortlich für die unerwünschte Entartung der Blutzellen ist eine Nebenwirkung des zur Zeit bei der Gentherapie am häufigsten eingesetzten Gen-"Taxis". Es handelt sich dabei um ein bestimmtes Virus, das - nachdem es künstlich "entschärft" wurde - die Gene in die Zellen transportiert.

Die an der Arbeit beteiligten Forscher, zu denen auch Wissenschaftler aus Freiburg und Idar-Oberstein gehören, sind deshalb zur Zeit dabei, ein internationales Netzwerk aufzubauen, das sich der Entwicklung der Gentherapie und der Analyse möglicher Risikofaktoren widmet.

Weitere Informationen bei:
Dr. Boris Fehse, Telefon: 040/42803-5518, E-Mail: fehse@uke.uni-hamburg.de

Dr. Marion Schafft | idw

Weitere Berichte zu: Gentherapie HPI Stammzelle UKE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften