Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zehn Prozent der Arbeitnehmer innerhalb von einem Jahr ermüdet

18.04.2002


Über zehn Prozent der gesunden Arbeitnehmer entwickelt innerhalb von einem Jahr eine länger andauernde Ermüdung. Wenig Möglichkeiten, selbst die Arbeit zu regeln und wenig Unterstützung von Kollegen sind die wichtigsten Ursachen. Das geht hervor aus einem Projekt der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO), durchgeführt an der Universität Maastricht.

Maastrichter Forscher folgten drei Jahre lang gut achttausend anfangs gesunde und fitte Arbeitnehmer verschiedener Unternehmen. Ein Jahr nach Beginn der Erhebung war fast zehn Prozent der ursprünglich gesunden Männer langwierig ermüdet. Bei den anfangs gesunden Frauen war dies sogar vierzehn Prozent. Sowohl Männer als auch Frauen die wenig Möglichkeiten haben selbst die Arbeit zu regeln und wenig Unterstützung von Kollegen erfahren, haben ein 1.5 bis 2 Mal so großes Risiko langwierig zu ermüden. Außerdem zeigt sich, dass vor allem bei Männern eine hohe emotionelle Belastung, körperliche Belastung und wenig Unterstützung von Vorgesetzten, ursachliche Faktoren von Ermüdung sind. Bei Frauen hingegen ergeben hohe Aufgabenansprüche und Konflikte mit Kollegen ein erhöhtes Risiko auf Ermüdung. Die Untersuchung weist auch nach, dass nicht nur die Arbeit, sondern auch die Lebensweise der Arbeitnehmer eine wichtige Rolle spielt. Männer mit Übergewicht ermüden 1,3 Mal schneller als Kollegen mit Normalgewicht. Für Männer, die sich außer der Arbeit nur wenig bewegen, gilt derselbe Faktor. Bei Frauen scheint gerade Untergewicht das Risiko auf Ermüdung zu vergrößern und zwar mit einem Faktor 3. Die Forscher schickten 1998 an 27 tausend Arbeitnehmer von 45 Unternehmen einen persönlichen Brief mit einem Fragebogen. Insgesamt reagierten gut zwölftausend Personen. Achttausend davon waren anfangs nicht ermüdet. Die Arbeitnehmer erhielten jährlich einen ausführlichen und zweimal pro Jahr einen kurzen Fragebogen. Ziel dieser Maastrichter Studie ist es, einen Einblick in den Umfang, die Entstehung, den Verlauf und die Behandlung von Ermüdung in der Arbeitswelt zu erhalten. Die Forscherin Ute Bültmann, die erste Doktorandin, untersuchte vor allem den Umfang und die Ursache der Ermüdung. Andere Forschungsprojekte der Studie zielen auf die Fase danach. Letztendlich hoffen die Forscher zu ermitteln, wie Ermüdung und damit verbundener Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann.
Die Forschung ist Bestandteil des NWO-Programms Psychische Ermüdung in der Arbeitswelt.
Nähere Informationen bei Dr. Ute Bültmann (Universität Maastricht, Kapazitätsgruppe Epidemiologie), Tel. +31 (0) 43 3882384, Fax +31 (0) 43 3884128, E-Mail: u.bultmann@epid.unimaas.nl. Ihre Promotion fand am 12. April statt, Promotoren waren Prof. Dr. P.A. van den Brandt (Universität Maastricht) und Prof. Dr. S.V. Kasl (Yale University, USA)

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise